Tischtennis Turnier
Boll tritt gegen chinesische Übermacht an

Heute beginnen in Bremen die German Open der Tischtennisprofis. Das hochklassig besetzte Turnier bietet vor allem Deutschlands Star Timo Boll die Chance, sich mit den derzeit übermächtigen Chinesen zu messen.

Im Tischtennis geben rund neun Monate vor den Olympischen Spielen die Chinesen fast nach Belieben den Ton an. Das möchte Europameister Timo Boll (Düsseldorf) bei den German Open ab heute in Bremen ändern: Seine schwarze Serie gegen Chinas Top-Spieler soll endlich beendet werden. "Das ist schon hart, in einer solchen Deutlichkeit gegen die besten Chinesen zu verlieren. Im Moment kann man das vielleicht noch verkraften, aber es sollte sich schon mal wieder ändern. Vielleicht ja schon in Bremen", sagte der Weltranglistenvierte vor dem Auftakt des drittletzten Pro-Tour-Turniers des Jahres dem Sport-Informations-Dienst (sid) in Anspielung auf seine zuletzt klaren Abfuhren gegen die stärksten Spieler aus dem Reich der Mitte.

Neun Monate vor Beginn der Olympischen Spiele im Tischtennis-Schlaraffenland China kann Boll zumindest die Gelegenheit zur Revanche bekommen. China hat seine komplette Elite mit dem Weltranglistenersten Wang Hao, dem an Nummer zwei geführten Vizeweltmeister Ma Lin und den drittplatzierten Weltmeister Wang Liqin an die Weser geschickt.

Boll: "Bis Olympia ist ja auch noch nichts verloren"

"Ob Sieg oder Niederlage: Es ist schon wichtig, überhaupt gegen sie spielen zu können", sagt Boll, der auf weitere Direktvergleiche mit den Weltmeistern hofft: "Momentan sind sie einfach viel schneller. Ich werde mir aber sicherlich taktisch noch etwas einfallen lassen und einige Überraschungseffekte in mein Spiel einbauen. Bis Olympia ist ja auch noch nichts verloren."

Nur an Olympia denken in Bremen seine Nationalmannschafts-Kollegen Bastian Steger (Frickenhausen) und Christian Süß (Düsseldorf) in ihrem Zweikampf um den dritten Platz im deutschen Peking-Team hinter Boll und dem voraussichtlich auch direkt qualifizierten Shootingstar Dimitrij Ovtcharov.

Roßkopf schreibt Olympia-Teilnahme ab

Nach zuletzt starken Leistungen besitzt Steger nominell Vorteile. Für Süß allerdings spricht ungeachtet mehrerer Rückschläge seine Stärke im Doppel, das im olympischen Mannschafts-Wettbewerb große Bedeutung hat. "Wir werden am Jahresende alles auswerten und uns dann entscheiden", sagt Bundestrainer Richard Prause zum Rennen um das letzte Olympia-Ticket derzeit lediglich.

Keine Gedanken mehr um Peking macht sich Jörg Roßkopf (Jülich). Der Rekordnationalspieler hat praktisch keine Chancen mehr auf seine sechste Olympia-Teilnahme und könnte damit in Bremen schon seinen Abschied von der internationalen Bühne geben.

Dttb plant mit Wosik und Struse

"Ich habe für Olympia nicht gut genug gespielt. Die German Open sind deswegen vielleicht schon mein letztes Turnier. In Kürze finden sicherlich Gespräche mit den Bundestrainern statt, dann weiß ich, ob man noch für die Mannschafts-WM im Februar mit mir plant. Ich will aber nicht nur auf der Bank sitzen, weil ich Jörg Roßkopf heiße", erklärt der 38 Jahre alte Doppel-Weltmeister von 1989 auf sid-Anfrage seinen Standpunkt.

Im Frauen-Lager sind vor dem Heimspiel die Ausgangspositionen klar. Hinter der gebürtigen Chinesin Wu Jiaduo (Kroppach), die sogar auf ein Direkt-Ticket zu den Sommerspielen hoffen darf, planen die Bundestrainer des Deutschen Tischtennis-Bundes (Dttb) mit den Routiniers Elke Wosik (Busenbach) und Nicole Struse (Kroppach). "Wir setzen für Peking auf dieses Trio. Wir sind sicher, dass sich mindestens zwei von ihnen für Olympia qualifizieren und wir damit auch im Mannschafts-Turnier dabei sein werden", erklärt Dttb-Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig.

© SID

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