Tischtennis Turnier
Deutsche Tischtennis-Herren verlieren ohne Boll

Ohne ihren grippekranken Europameister Timo Boll haben die deutschen Tischtennis-Herren beim World Team Cup in Magdeburg das Halbfinale vorzeitig verpasst. Nach dem 1:3 gegen Österreich folgte ein 2:3 gegen Südkorea.

Europameister Timo Boll ist bei den deutschen Tischtennis-Herren einfach nicht zu ersetzen. Ohne ihre grippekranke Nummer eins aus Düsseldorf hat die deutsche Mannschaft beim World Team Cup in Magdeburg das Halbfinale vorzeitig verpasst. Die Gastgeber kassierten nach dem kurzfristigen Ausfall des Weltranglistenvierten gegen Österreich mit 1:3 und gegen den WM-Zweiten Südkorea nach großem Kampf mit 2:3 erstmals seit 2002 zwei Niederlagen in Pflichtländerspielen in Serie und warten damit seit ihrem EM-Triumph vor rund sechs Monaten in Belgrad auf ein Erfolgserlebnis.

Damen dürfen noch hoffen

Die Damen des Deutschen Tischtennis-Bundes (Dttb) verspielten nach ihrem überraschenden 3:1-Auftakterfolg gegen den WM-Dritten Japan durch ein 1:3 gegen EM-Champion Ungarn ihre beste Chance auf den Sprung in die Vorschlussrunde. Die EM-Dritten könnten jedoch am Samstag (10.00 Uhr) unabhängig von ihrer letzten Vorrunden-Partie gegen Weltmeister China im Falle eines 3:1-Sieges von Japan gegen Ungarn noch in die Runde der besten Vier einziehen.

Dttb-Präsident Thomas Weikert machte nach dem ersten Tag des mit 240 000 Dollar höchstdotierten Mannschafts-Turniers der Welt aus seiner Enttäuschung über das Gesamtabschneiden der deutschen Teams kein Hehl: "Wir haben ohne Frage schon bessere Turniere erlebt", sagte der Verbands-Chef.

Bei den besonders ambitionierten Dttb-Herren hatte Bolls Ausfall ausgesprochen negative Folgen. Im Team der WM-Dritten von 2006 konnte für den Linkshänder in den Partien gegen Österreich und Südkorea niemand entscheidend in die Bresche springen, auch wenn der EM-Dritte Dimitrij Ovtcharov zumindest in seinem zweiten Einzel und der zweifache Europameister Christian Süß (beide ebenfalls Düsseldorf) im Doppel sowohl mit "Dima" als auch Bastian Steger (Frickenhausen) überzeugten.

"Wir sind ein starkes Team, sonst hätten wir Südkorea nicht über die ganze Distanz zwingen können. Mit Ausnahme von Weltmeister China und vielleicht noch Südkorea aber kann keine Mannschaft auf der Welt einen Spieler von Timos Klasse und Format problemlos ersetzen", meinte Bundestrainer Richard Prause. Den Coach ärgerten aber die ausgelassenen Chancen gegen Österreich von Ovtcharov gegen Ex-Weltmeister Werner Schlager und von Steger bei seinen beiden Niederlagen: "Das war ein Spiel der verpassten Möglichkeiten, in der Bastian fast zur tragischen Figur wurde."

Bolls Erkrankung schürte neue Sorgen um den Gesundheitszustand des 26-Jährigen. Erst im vergangenen Monat hatte der deutsche Meister wegen Rückenproblemen eine Spielpause eingelegt und befand sich erst seit zwei Wochen wieder im Aufbautraining. Ob der grippale Infekt Bolls Einsatz im abschließenden Gruppenspiel am Samstag (13.00 Uhr) gegen Tschechien noch zulässt, war in Magdeburg nach dem ersten Turniertag ebenso unklar wie seine Teilnahme am Einzel-Weltcup ab kommenden Freitag (12. Oktober) in Barcelona.

Im Damen-Lager wollte sich Bundestrainer Jörg Bitzigeio nach der ernüchternden Niederlage in der fehlgeschlagenen Revanche für das verlorene EM-Halbfinale gegen Ungarn nicht mit Rechenspielen befassen und ließ in seinem Fazit sämtliche theoretischen Möglichkeiten für das Halbfinale außer Acht: "Wir haben uns gegen Japan durch eine starke Leistung eine echte Chance erarbeitet, diese Gelegenheit dann aber gegen Ungarn verspielt."

© SID

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