Tischtennis Turnier
Europe Top zwölf als Härtetest für Timo Boll

Nach einer Knieverletzung gibt Timo Boll heute beim stark besetzten Europe Top zwölf in Frankfurt sein Comeback. Außenseiterchancen werden dem Toptalent Dimitrij Ovtcharov eingeräumt.

Das Fernziel von Timo Boll ist eine Medaille bei den Olympischen Spielen in Peking, wo er es mit den nahezu übermächtigen Chinesen zu tun bekommt. In Abwesenheit der Tischtennis-Stars aus Fernost will sich Boll in seiner hessischen Heimat das nötige Selbstvertrauen holen. Bei den Europe Top zwölf steht für den dreifachen Europameister in Frankfurt der erste Härtetest nach überstandener Knieverletzung an. Boll will sich vor heimischem Publikum seinen im vergangenen Jahr verlorenen Titel vom weißrussischen Dauerrivalen Wladimir Samsonow zurückholen; der junge Dimitrij Ovtcharov geht als Geheimfavorit in das mit 60 000 Euro dotierte Turnier am Wochenende.

"Ich bin jetzt völlig fokussiert. Das ist ein schweres Turnier, und ich werde mein Bestes geben", sagt Boll, betont aber auch: "Man muss topfit sein, um sich hier durchzusetzen." Gerade in der Fitness-Frage weiß der 26-Jährige momentan nicht hundertprozentig, wo er steht. Aus dem intensiven Konditionstrainingslager auf Lanzarote über den Jahreswechsel war Boll mit Knieproblemen zurückgekehrt und musste in den Schongang wechseln.

Prause: "Auch ein Timo Boll kann nicht zaubern"

Zwar tritt der Odenwälder in Frankfurt als Europas Nummer eins an, doch Bundestrainer Richard Prause will seinen Schützling nicht zu sehr unter Druck setzen. "Das Turnier ist ein Härtetest, um zu sehen, wie weit er insgesamt ist. Auch ein Timo Boll kann nicht zaubern", meint der Coach.

Somit ruht ein Großteil der deutschen Männer-Hoffnungen auf Shootingstar Ovtcharov, der beim Protour-Auftakt vor zwei Wochen in Slowenien bis ins Halbfinale vorgestoßen war. "Er kann vielleicht für eine Überraschung sorgen. In erster Linie soll Dimitrij aber Erfahrung im Kreis der besten Europäer sammeln", sagt Prause.

Namhafte Konkurrenz für Boll und Ovtcharov

Etwas offensiver spricht Dirk Schimmelpfennig über die Möglichkeiten des 19-Jährigen. "Er ist mit Abstand der jüngste Teilnehmer und hat in den letzten Jahren eine atemberaubende Entwicklung vollzogen. Wir hoffen, dass er auch in Frankfurt das Feld aufmischen kann", sagt der Sportdirektor des Deutschen Tischtennis-Bundes (Dttb).

Dabei ist das Feld in der wohl ausverkauften Frankfurter Ballsporthalle gespickt mit den Stars des alten Kontinents. Neben Boll und Samsonow treten Österreichs Ex-Weltmeister Werner Schlager, der zweimalige World-Cup-Zweite Kalinikos Kreanga aus Griechenland und der Däne Michael Maze an.

Wu Jiaduo gehört zu den Favoritinnen

Auch bei den Damen stellt der Dttb in Wu Jiaduo aus Kroppach die europäische Nummer eins. Daneben gilt Titelverteidigerin und Europameisterin Li Jiao aus den Niederlanden als heißeste Anwärterin auf den Titel. Doch die langjährige Nummer eins Europas Tamara Boros aus Kroatien, Ex-Europameisterin Liu Jia aus Österreich und Elke Wosik aus Busenbach wollen den Favoritinnen ein Bein stellen.

© SID

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