Tischtennis Turnier
Timo Boll holt in Kopenhagen den Titel

Im Endspiel der "Europe Top 12" in Kopenhagen besiegte Timo Boll den Österreicher Werner Schlager glatt mit 4:0. Damit gewann Boll das Turnier erst als dritter Tischtennisspieler überhaupt zum dritten Mal.

Timo Boll aus Gönnern hat sich einmal mehr in die Geschichtsbücher des Tischtennis eingetragen. Der Weltcupsieger hat durch den dritten Triumph beim "Europe Top 12" seine Extraklasse bewiesen. Nur eine Woche nach einer schweren Grippe-Infektion dominierte der 24-Jährige vom TTV Gönnern das prestigeträchtige Ranglistenturnier. Boll feierte zweieinhalb Monate vor der Mannschafts-WM in Bremen (24. April bis 1. Mai) durch einen demütigenden 4:0 (11:8, 11:3, 11:8, 11:6)-Finalerfolg über Ex-Weltmeister Werner Schlager aus Österreich seinen dritten Sieg bei einem internationalen Turnier hintereinander.

"Ich bin selbst überrascht, dass ich nach der Grippe schon wieder so gut in Form bin. Ich bin aber natürlich sehr zufrieden, weil das Turnier in diesem Jahr ohne eine EM oder WM im Einzel einen noch höheren Stellenwert als sonst hat und ein solcher Erfolg noch einmal zusätzlichen Schwung für die WM-Vorbereitung bringt", meinte der Weltranglistenzweite nach der Wiederholung seiner Titelgewinne von 2002 und 2003 mit nur insgesamt drei Satzverlusten in fünf Matches.

Boll fühlt sich "einfach wohl"

Der 17 Plätze tiefer notierte Doppel-Europameister Schlager hatte schon im Vorrunden-Duell mit Boll beim 0:4 nicht den Hauch einer Chance gehabt, nachdem der Hesse zum Auftakt der Gruppenspiele auch Titelverteidiger Alexei Smirnow (Russland) mit 4:1 düpiert hatte. Seine derzeitige Überlegenheit demonstrierte der deutsche Meister danach im vorweggenommenen Endspiel des Viertelfinales gegen den Europameister und Weltranglistendritten Wladimir Samsonow (Weißrussland) souverän mit 4:1, und auch Ex-Weltcupsieger Zoran Primorac (Kroatien) konnte Bolls Siegeszug im Halbfinale (4:1) nicht stoppen.

"Ich fühle mich körperlich einfach wohl, so dass das Spielen noch mehr Spaß macht", erläuterte Boll einen wichtigen Grund für seine anhaltende Dominanz. Bei seinen zuvor letzten Turnieren hatte der Linkshänder Ende November in Göteborg bei den Swedish Open ebenso triumphiert wie kurz darauf beim Pro-Tour-Jahresfinale in Fuzhou/China.

Boll will nun die Nummer eins der Welt werden

In Dänemarks Hauptstadt kassierte Boll 6 000 Euro Siegprämie. Als weiteren Bonus sammelte der 2005 im Halbfinale ausgeschiedene Ex-Europameister wertvolle Punkte für seine Jagd auf den Weltranglistenersten Wang Liqin (China). Der Weltmeister besitzt momentan einen Vorsprung von nur noch 61 Zählern auf den WM-Zweiten im Doppel, und Boll will nach rund drei Jahren wieder an die Spitze im Computer zurückkehren: "Sicher ist die Nummer eins für mich immer ein Ziel."

Während Rekordnationalspielerin Nicole Struse (Kroppach) im Damen-Wettbewerb beim Sieg der Weltranglistenneunten Tamara Boros (Kroatien) durch den Einzug ins Viertelfinale für das beste Ergebnis des deutschen Quartetts sorgte, schaffte der 24-Jährige durch sein "Triple" beim kontinentalen Ranglisten-Turnier ein seltenes Kunststück: In der 35-jährigen Geschichte des "Europe Top 12" hatten sich zuvor lediglich Schwedens Ikone und siebenmaliger Turnier-Gewinner Jan-Ove Waldner sowie Samsonow dreimal in die Siegerliste eintragen können.

Doch Boll sieht gute Chancen, seine Bilanz in den kommenden Jahren zu verbessern: "Ich glaube schon, dass ich das eine oder andere Mal noch um den Sieg mitspielen kann."

© SID

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