Tischtennis WM
Boll Süß in Zagreb gescheitert

Bereits im Viertelfinale der Tischtennis-WM kam für die Doppel-Europameister in Zagreb das Aus. Timo Boll und Christian Süß unterlagen den Taiwanesen Chang Yen-Shu/Chiang Peng-Lung 2:4 und haben das Podium verpasst.

Der Traum vom Medaillengewinn bei der Tischtennis-WM in Zagreb ist für die Doppel-Europameister Timo Boll und Christian Süß (Gönnern/Düsseldorf) vorzeitig vorbei. Die WM-Zweiten von 2005 scheiterten beim Sprung zu einer erneuten Podiumsplatzierung im Viertelfinale an den Taiwanesen Chang Yen-Shu/Chiang Peng-Lung unerwartet 2:4.

Von der eigenen Leistung enttäuscht

"Eine bessere Auslosung hätten wir nicht bekommen können, aber dann muss auch die Leistung stimmen, doch das war bei uns überhaupt nicht der Fall", kommentierte Boll das Aus. Vor seinem Drittrunden-Match am Donnerstagabend gegen den für die Dominikanische Republik spielenden Chinesen Lin Ju machte der Weltranglistendritte aus seiner Enttäuschung kein Hehl: "Eigentlich bin ich einer der besten Rückschläger, aber ihre Aufschläge waren für mich sehr gefährlich. Wir haben aber auch den Start verschlafen und nicht präzise und druckvoll genug gespielt."

Während die Niederlage von Boll/Süß als Enttäuschung eingeordnet werden kann, muss die überraschende Viertelfinal-Teilnahme des neu formierten Damen-Doppels von Nicole Struse/Zhenqi Barthel (Kroppach/Homberg) als Erfolg gelten. Dem Duo blieb nach dem imponierenden 4:0-Achtelfinalerfolg gegen die Hongkong-Kombination Lau Sui Fei/Lin Ling in der Runde der besten 16 gegen die die für Singapur spielenden Chinesinnen Li Jia Wei/Wang Yue Gu beim 2:4 die Krönung des starken Auftritts versagt.

Für den Deutschen Tischtennis-Bund (Dttb) bedeutete die Leistung von Struse/Barthel das erste Viertelfinale in einem Individual-Wettbewerb der Damen seit Struses Einzug unter die besten Acht vor zehn Jahren in Manchester.

Struse auch im Einzel gescheitert

Kurz nach dem Doppel-Aus war für Rekordnationalspielerin Struse die gesamte WM gelaufen. In der dritten Einzel-Runde verpasste die 35-Jährige gegen die chinesische WM-Zweite und Weltranglistendritte Guo Yan mit 1:4 erwartungsgemäß das Achtelfinale.

Nach dem Aus für die letzten Dttb-Doppel und Struse sind im Einzel nur noch Boll, Süß, Bastian Steger (Frickenhausen) und bei den Damen Wu Jiaduo (Kroppach) als deutsche Trümpfe verblieben. Als voraussichtlich einzig realistische Chancen auf den Gewinn der angestrebten Medaille gilt vor den Drittrunden-Spielen des Quartetts dabei Boll.

Der 26-Jährige haderte noch ein wenig mit seinem Zweitrunden-Auftritt am Mittwochabend ("Mit so einem Gegurke kann ich eigentlich nicht zufrieden sein") und betonte seine derzeit ungewohnten Schwierigkeiten beim Rückschlag. "Ich denke aber, dass dieses Problem gegen einen Abwehrspieler wie Lin Ju nicht auftritt."

Gemischte Gefühle bei Schimmelpfennig

Dttb-Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig trauerte ein wenig der verpassten Medaille für Boll/Süß nach, tröstete sich aber mit dem Erfolg des Damen-Doppels: "Natürlich hatten wir uns Chancen ausgerechnet, aber man muss sich immer wieder bewusst machen, dass bei einer WM im Viertelfinale auf der anderen Seite auch Weltklasse-Leute stehen. Für Nicole und Zhenqi freue ich mich. Beide haben das geschafft, worauf man großen Turnieren immer hofft."

© SID

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