Tischtennis WM
Boll und Co. unterliegen China im Halbfinale

Im Halbfinale der Tischtennis-WM in Bremen ist das erhoffte Wunder ausgeblieben. Die deutsche Nationalmannschaft um Timo Boll unterlag dem Topfavoriten China mit 1:3, kann sich aber mir der Bronzemedaille trösten.

Timo Boll und Co. haben die Tischtennis-Sensation bei der WM in Bremen verpasst. Im Halbfinale des Mannschaftswettbewerbs musste sich das deutsche Team Titelverteidiger und Topfavorit China mit 1:3 geschlagen geben, der nun im Finale auf Südkorea trifft. In der Neuauflage des WM-Endspiels von 2004 in Doha konnte vor der WM-Rekordkulisse von 13 500 Zuschauern nur Timo Boll punkten. Dennoch können sie sich aufgrund des vorangegangenen 3:0-Viertelfinalsieges gegen Russland über Bronze als siebte WM-Medaille für ein deutsches Herren-Team in der 80-jährigen WM-Historie und damit einen neuerlich großen Erfolg freuen.

Wang Liqin zu stark für Boll

"Wir müssen noch ein wenig trainieren, aber wir haben die Chinesen auf jeden Fall ganz schön ins Schwitzen gebracht. Wir werden es wieder probieren", meinte Weltcupsieger Boll unmittelbar nach seiner entscheidenden 2:3-Niederlage gegen den Einzel-Weltmeister und Weltranglistenersten Wang Liqin.

Mit der Medaille in der Tasche, heißen Herzen und der Hoffnung auf den Heimvorteil war die Auswahl des Deutschen Tischtennis-Bundes (Dttb) mit großem Selbstbewusstsein in das 17. WM-Duell mit den Assen aus dem Reich der Mitte gegangen. "Wir wollen eine Aufstellung wählen und die Chinesen angreifen. In Europa sind zuletzt bei wichtigen Turnieren immer etwas befangen gewesen. Entscheidend wird sein, dass wir bereit sind, die wenigen Chancen zu nutzen, die sich uns bieten", hatte Bundestrainer Richard Prause vor dem Match Hoffnung auf den ersten WM-Sieg eines deutschen Herren-Teams gegen die Chinesen signalisiert.

Der Ex-Profi entschied sich personell für das gleiche Trio wie 2004 in Katar mit Boll (Gönnern), Doppel-Vizeweltmeister Christian Süß (Düsseldorf) und Ex-Doppeleuropameister Zoltan Fejer-Konnerth (Grenzau), doch nahm das Finale zunächst einen anderen Verlauf als gewünscht: Boll fand gegen seinen früheren "Angstgegner" Ma Lin gar nicht in seinen Rhythmus, geriet 0:2 in Rückstand und sorgte damit für betretene Mienen auf der Dttb-Bank.

Als der Weltranglistenzweite allerdings im dritten Satz mit 4:3 erstmals in Führung ging, wendete sich das Blatt. Boll drehte unter den lautstarken "Timo, Timo"-Anfeuerungsrufen der Fans weiter auf, machte neun weitere Punkte in Folge und rang danach immer hilfloser wirkenden Weltranglistenvierten mit 3:2 nieder. Damit blieb er auch im neunten Einzel in Bremen ungeschlagen und erzeugte so den erhofften Druck auf die Titelträger. "Wenn die Chinesen nach zwei Einzeln nicht 2:0 führen, werden sie auch nervös", lautete das Kalkül von Chefbundestrainer Dirk Schimmelpfennig.

Süß und Feyer-Konnerth ohne Satzgewinn

Doch nach Deutschlands erst zwölftem Punkt in einem WM-Spiel gegen die Asiaten seit 1959 verkaufte sich der 20-jährige Süß gegen Wang Liqin zwar auch sehr teuer, blieb indes mit 0:3 ebenso ohne Satz wie anschließend Fejer-Konnerth gegen den Olympia-Zweiten Wang Hao, so dass im vierten Einzel Boll gegen Wang Liqin unter Zugzwang stand. Im Duell der beiden besten Spieler der Welt fightete der 25-Jährige aufopferungsvoll, um noch das entscheidende fünfte Match zwischen Süß und Ma zu erzwingen, konnte seinen Triumph über den WM-Champion vom Weltcup im Herbst 2005 aber nicht wiederholen.

Durch den Viertelfinal-Erfolg gegen Russland einen Tag zuvor nach Punkten von Süß, Boll und Bastian Steger (Düsseldorf) jedoch haben die Dttb-Herren erstmals bei zwei WM-Turnieren in Folge eine Medaille gewonnen. Vor 2004 hatten deutsche Herren auch schon 1969, in München Silber sowie außerdem 1963, 1967, 1993 und 1997 Bronze geholt. "Eine Medaille war unser Ziel, deswegen sind wir auch mit Bronze zufrieden und können die Wm auch sportlich als Erfolg werten", bilanzierte Dttb-Präsident Thomas Weikert.

© SID

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