Tischtennis WM
Boll und Co. wollen WM-Medaille in Bremen

Bei der am heutigen Montag beginnenden Tischtennis-WM in Bremen gehen die deutschen Herren mit großen Hoffnungen ins Rennen. Ungereimtheiten bestehen allerdings noch in Sachen Prämien.

Die deutschen Tischtennis-Herren wollen bei der am heutigen Montag beginnenden Mannschafts-WM in Bremen für Furore sorgen. "Unser Ziel ist wieder eine Medaille", gibt Weltcupsieger Timo Boll (Gönnern) die Richtung vor. Topfavorit bleiben aber die übermächtig scheinenden Chinesen.

Besonders durch die Pleite im vergangenen Jahr bei der EM in Aarhus, als das deutsche Team einen enttäuschenden fünften Platz belegte, warnt Chefbundestrainer Dirk Schimmelpfennig vor zu großen Erwartungen: "Bei der EM haben wir uns schon vorher als Titelverteidiger gefühlt und dann auch so überheblich gespielt. Das wird bei der WM nicht passieren. Die Vorrunde wird eine ganz heiße Geige."

Prämienregelung noch nicht geklärt

Etwas kontroverser verlief am Wochenende vor dem Start der "Operation Heimsieg" im Gruppenspiel gegen Norwegen (19. 30 Uhr) das Gespräch von Rekordnationalspieler Jörg Roßkopf mit Präsident Thomas Weikert vom Deutschen Tischtennis-Bund (Dttb) über die Prämien-Regelung für das fünfte WM-Turnier auf deutschem Boden: Im Auftrag der Mannschaften bewirkte der Ex-Europameister neue Beratungen der Dttb-Spitze über die Zahlung eines Bonus auch für Bronze.

Bislang sind lediglich 40 000 Euro für den erstmaligen Gewinn des Titels und die Hälfte für Silber vereinbart, Rang drei dagegen sollte dem Verbands-Vorschlag zufolge nicht honoriert werden. "Wir werden nochmal darüber sprechen. Angesichts des überragenden Vorverkaufs mit fast 50 000 der insgesamt 62 000 Tickets und zwei zusätzlichen Sponsoren seit Jahresbeginn haben wir sicher etwas mehr Spielraum", sagte Weikert dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Die Prämien-Frage war im deutschen Lager vor dem WM-Eröffnungsspiel der Damen am Montag (10.00 Uhr) gegen die Niederlande sowie der Herren-Partie gegen die Norweger allerdings das einzige Problem. Nach dem von chinesischen "Spionen" auf der Tribüne aufmerksam verfolgten Abschlusstraining am Sonntag, an dem Boll nach einer "schöpferischen Pause" bei der Einheit am Samstagabend wieder teilnahm, konnte Schimmelpfennig mit seinen Kollegen Richard Prause (Herren) und Jörg Bitzigeio (Damen) aus dem Vollen schöpfen. "Verletzungen oder Erkrankungen deuten sich nicht einmal an", sagte der Kölner.

WM-Vorbereitung bei Bremen gegen Schalke

Zuvor holten sich Boll und seine Kollegen beim Besuch des Topspiels der Fußball-Bundesliga zwischen Werder Bremen und Schalke 04 beinahe buchstäblich den letzten Kick. "Die Spieler sollten noch einmal auf andere Gedanken kommen und etwas entspannen. So bekommen sie aber zugleich noch einmal einen Eindruck von einer großen Atmosphäre, die sie ab Montag auch in der Halle erleben", erläuerte Prause den Abstecher ins unweite Weser-Stadion.

Ablenkung vom spürbaren Druck auf die Gastgeber ist laut Schimmelpfennig allerdings nicht notwendig gewesen. "Wir brauchen für gute Stimmung keinen Monopoly-Abend. Wir treten den Erwartungen mit Selbstvertrauen und Zuversicht entgegen. Aber die Anspannung steigt natürlich, und wir warten darauf, dass sich diese Spannung am Montag entladen kann", beschrieb der Chefbundestrainer die aktuelle Atmosphäre.

Wesentlich unruhiger fieberte Weikert dem WM-Auftakt entgegen: "Ich bin ziemlich nervös, auch weil die WM im organisatorischen Bereich eine Riesenveranstaltung ist", erklärte der Jurist. Immerhin dürfte sich die Mühe für seinen Verband, der für die WM mit einem Etat von drei Mill. Euro kalkuliert, auszahlen. Weikert: "Vor einem halben Jahr hofften wir noch, dass wir kein Minus machen. Jetzt können wir auf einen kleinen Gewinn hoffen.´

© SID

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