Tischtennis WM
Dttb hofft auch ohne Boll auf Medaille

Die deutsche Tischtennis-Mannschaft rechnet sich bei der WM in China ab heute auch ohne ihren Star Timo Boll Chancen auf einen Podestplatz aus. Die Damen streben Platz sechs an.

Die heute startende Tischtennis-WM der Mannschaften im chinesischen Guangzhou beginnt für die deutschen Herren ohne Europameister Timo Boll. Das Team um Kapitän Jörg Roßkopf muss den Kampf um die WM-Krone ohne ihren verletzten Top-Star antreten. Die jungen Wilden setzen bei den bis zum 2. März dauernden Titelkämpfen vor allem auf Teamgeist. Die deutschen Damen treten hingegen in Bestbesetzung an und wollen Platz sechs erreichen.

"Mit einem guten Lauf ist einiges möglich"

"Wir reisen mit breiter Brust nach China. Mit einem guten Lauf ist einiges möglich", sagte Herren-Trainer Richard Prause. Von dem an einer Knieverletzung laborierenden Boll erwarte er, "dass er im Nationaltrikot vor dem Fernseher sitzt und uns anfeuert". Letztlich soll wie bei der vergangenen Team-WM mindestens Bronze her.

Einen ersten Rückschlag mussten die Dttb-Teams allerdings schon bei der Anreise verkraften. Wegen einer Polittagung wurden die deutsche und sechs andere Mannschaften am Freitagnachmittag aus dem offiziellen WM-Hotel kurzerhand ausquartiert. Die ersten beiden Nächte bis zum Turnierbeginn verbringen die Spieler nun in einem 20 Busminuten von der Spielstätte entfernten Hotel.

Sportlich ist nun der erst 19-jährige Dimitrij Ovtcharov die Nummer eins. "Aber so großen Druck mache ich mir nicht", meinte die Nummer 15 der Welt selbstbewusst. Für seinen Düsseldorfer Vereinskollegen Christian Süß und Roßkopf ist ohnehin klar, dass man eine Medaille gewinnen könne. Ergänzt wird die Mannschaft von Patrick Baum und Bastian Steger aus Frickenhausen.

Nach dem Vorbereitungslehrgang in Japan gilt es, im ersten von fünf Gruppenspielen gleich eine harte Nuss zu knacken. Im 9 000 Zuschauer fassenden Guangzhou Tianhe Gymnasium treffen Roßkopf und Co. auf Russland. Stärkster Gegner in der Staffel C dürfte am Mittwoch Japan sein, außerdem warten Serbien, Frankreich und die Slowakei. Nur der Gruppensieger erreicht direkt das Viertelfinale, die Zweit- und Drittplatzierten müssen ins Achtelfinale.

Die Damen-Mannschaft strebt offiziell den sechsten Platz an, doch insgeheim hofft man, die Bronzemedaille von 1997 wiederholen zu können. Thailand wartet zu Beginn des Turniers als wohl schwächster Gegner, Gruppen-Favorit Hongkong spielt erst am Dienstag gegen das Team von Bundestrainer Jörg Bitzigeio. Weitere Gegner sind Österreich, Weißrussland und Spanien.

Bitzigeio will seine und die Ansprüche seiner Spielerinnen keinesfalls hinter die der mehr im Rampenlicht stehenden Herren zurückschrauben. "Es gibt doch nur einen Unterschied zwischen Damen und Herren. Dieser besteht aus zwei Namen: Timo Boll", sagte der Coach. Das Achtelfinale soll auf jeden Fall erreicht werden und dann soll es im Gegensatz zur Heim-WM 2006 in Bremen noch mindestens eine Runde weiter gehen.

Heimvorteil für Deutschlands Nummer eins

Deutschlands Nummer eins Wu Jiaduo gibt das Turnier in der Heimat neben ihrer ohnehin schon starken Form zusätzlichen Auftrieb. "Meine Eltern werden auf jeden Fall dabei sein und vielleicht kommen noch andere Freunde", sagte die 30-Jährige aus Kroppach. Neben der mit bisher zwölf WM-Teilnahmen erfahrenen Elke Wosik kommen die 21-jährige Zhenqi Barthel sowie die erst 17-jährige Amelie Solja zum Einsatz.

Die absoluten Top-Favoriten kommen in beiden Konkurrenzen aus China. Bei den Herren dürften Südkorea sowie aus europäischer Sicht Österreich um den zurzeit starken Ex-Weltmeister Werner Schlager die härtesten Widersacher der Spieler aus dem Reich der Mitte sein. Bei den Damen dürfte die Medaillenvergabe eine rein asiatische Angelegenheit sein. Hinter China schielen Singapur, Honkong, Japan und Südkorea nach Edelmetall.

© SID

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