Tischtennis WM
Dttb-Teams gelingt bei WM Auftakt nach Maß

Das deutsche Herren-Team hat bei der Tischtennis-Mannschafts-WM in Bremen zum Auftakt einen 3:1-Sieg gegen Norwegen gefeiert. Die Damen-Auswahl drehte einen Rückstand gegen die Niederlande noch zum 3:2-Erfolg.

Bei der Tischtennis-Mannschafts-WM in Bremen haben die deutschen Mannschaften einen Auftakt nach Maß hingelegt. Das Herren-Team um Weltcupsieger Timo Boll fuhr rund zwei Jahre nach der WM-Silbermedaille 2004 in Katar zum Vorrunden-Start gegen Außenseiter Norwegen einen standesgemäß sicheren 3:1-Sieg ein. Die Damen-Auswahl verbuchte beim 3:2 gegen die Niederlande schon einen wichtigen Erfolg für den angestrebten Einzug ins Achtelfinale und imponierte dabei trotz spürbarer Nervosität mit großer Moral.

"Wir haben mit den Herren unser Soll erfüllt und bei den Damen einen noch wertvolleren Sieg gefeiert. Wir wollten mit Rückenwind aus dem ersten Tag in die nächsten Partien gehen, und das ist beiden Teams gelungen. Wir sind froh, dass unsere Mannschaften dem in den Tagen vorher immer größer gewordenen Druck Stand gehalten und hoffentlich auch eine Initialzündung bewirkt haben", bilanzierte Chef-Bundestrainer Dirk Schimmelpfennig.

"Die ersten Spiele sind immer schwer"

Boll zog nach dem Pflichtsieg der Herren unter den Augen von IOC-Vizepräsident Thomas Bach ebenfalls ein positives Fazit: "Natürlich müssen wir Norwegen schlagen, wenn wir uns höhere Ziele setzen wollen. Aber gerade die ersten Spiele bei großen Turnieren sind immer schwer, erst recht wenn es eine WM im eigenen Land ist. Deswegen sind wir zufrieden", sagte der Weltranglistenzweite und fügte mit Blick auf seine eigene Leistung hinzu: "Das war für den Anfang ganz okay, aber ich denke, dass ich mich noch steigern kann."

Auch unterhalb seiner Topform steuerte der Star von Champions-League-Sieger TTV Gönnern vor 3 500 Zuschauern erwartungsgemäß zwei Punkte zum Sieg bei. Einen Tag vor dem sicher schwereren Match gegen Tschechien (13.00 Uhr) holte der Düsseldorfer Doppel-Vizeweltmeister Christian Süß den dritten Zähler, während Ex-Europameister Jörg Roßkopf (Gönnern) die einzige Niederlage quittieren musste.

Beim Damen-Sieg verhinderten Elke Wosik (Busenbach), WM-Neuling Wu Jiaduo und die frühere Europameisterin Nicole Struse (beide Kroppach) nach einem 0:2-Rückstand mit einem mannschaftlichen Kraftakt den drohenden Fehlstart. "Wir haben den Kopf nochmal aus der Schlinge gezogen", meinte Damen-Bundestrainer Jörg Bitzigeio erleichtert. Der Coach leitete aus dem Erfolg auch Chancen für die bereits richtungsweisenden Partien am Dienstag gegen Italien (10.00) und Österreich (19.00) ab: "Wir haben immer an uns geglaubt und unsere Qualität unter Beweis gestellt, dass wir immer drei Spielerinnen aufbieten können, die auch punkten."

"Kein Team wird spazieren gehen"

Schimmelpfennig wertete besonders den Kampfgeist bei den WM-Sechsten, bei denen Wu gegen die niederländische Topspielerin Li Jiao aus schier aussichtloser Lage und danach Struse gegen ihre ehemalige Angstgegnerin Elena Timina zu Matchwinnerinnen avancierten, als wertvoll: "Die Art und Weise dieses Erfolges sollte der Mannschaft noch mehr Selbstvertrauen geben, denn sie hat gesehen, dass sie sich zu keinem Zeitpunkt aufgeben muss. Wir haben jetzt mental schon viel erlebt, was ein Vorteil für uns sein kann: Wir hatten nämlich jetzt schon ein schweres Spiel und wissen nun, was alles gehen kann. Klar ist aber auch: Bei dieser WM wird kein Team spazieren gehen."

Auf die Stimmung am ersten Tag der fünften Titelkämpfe in der 80-jährigen WM-Historie auf deutschem Boden drückte ausgerechnet die als erster Höhepunkt erwartete und letztlich enttäuschende Eröffnungsfeier. Tiefpunkt der von nur wenig Bezug zum Tischtennis und insgesamt kühler Abspulung einzelner Programmpunkte geprägten Zeremonie war die ideenlose Wiederbelebung des 1989 in Dortmund bei der vor Bremen letzten WM in Deutschland erfolgreichen Tischtennis-Songs "Magic Ball". Boll und seine Kollegen retteten die Atmosphäre in der WM-Arena danach allerdings durch ihren Sieg.

© SID

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