Tischtennis WM
Europameister Boll weiter auf Medaillenkurs

Europameister Timo Boll (Gönnern) hat bei der Tischtennis-WM in Zagreb erstmals in seiner Karriere das Viertelfinale erreicht. Der Weltranglistendritte bezwang den Griechen Kalinikos Kreanga mit 4:1.

Bei der Tischtennis-WM in Zagreb ist Europameister Timo Boll (Gönnern) weiter auf Medaillenkurs. Erstmals in seiner Karriere schaffte der Weltranglistendritte den Sprung ins Viertelfinale und benötigt damit nur noch einen Sieg zum Gewinn der angestrebten Medaille. Boll feierte im Achtelfinale gegen den früheren EM-Zweiten Kalinikos Kreanga (Griechenland) einen 4:1-Erfolg und nahm damit erfolgreich Revanche für seine Vorrunden-Niederlage beim Weltcup vor sieben Monaten in Paris.

Im Match um eine Medaille trifft der 26-Jährige am Samstag (14.00 Uhr) zwei Jahre nach seinem Achtelfinal-Aus bei den Titelkämpfen in Schanghai auf den um sechs Plätze tiefer notierten Olympiasieger Ryu Seung-Min aus Südkorea.

"Ich habe mich glücklicherweise steigern können, nachdem ich in den ersten Spielen nicht ganz so zufrieden gewesen war. Aber ich glaube, dass ich im Viertelfinale noch eine Schippe drauflegen muss, wenn ich wirklich eine Medaille gewinnen will", meinte der künftige Düsseldorfer nach der Neuauflage des gewonnenen EM-Finales von 2002 an gleicher Stelle vor 4 000 Zuschauern und beschrieb seine Erfolgstaktik für die gelungene Revanche für seine Vorrunden-Niederlage gegen den gebürtigen Rumänen beim Weltcup vor sieben Monaten in Paris: "In langen Ballwechseln ist Kreanga der beste Spieler der Welt, deswegen war es wichtig für mich, dass ich diese offenen Schlagabtausche oft verhindern konnte."

"Timo, Timo"-Sprechchöre im Dom Sportova

Boll, den die deutsche Fan-Kolonie im Dom Sportova begeistert mit "Timo, Timo"-Sprechchören anfeuerte, würde nicht nur sich durch eine Podiumsplatzierung einen Herzenswunsch erfüllen. Der Deutsche Tischtennis-Bund (Dttb) wartet schon seit der Silbermedaille für Eberhard Schöler vor 38 Jahren in München auf erneutes Edelmetall im Herren-Einzel. Außer Schöler, der 1965 und 1967 zudem Bronze in der Königsdisziplin gewonnen hatte, waren 1957 Heinz Schneider für die ehemalige DDR und 1931 Nikita Madjaroglou die einzigen deutschen Medaillengewinner im Einzel.

Auch für Europa ist Boll in Kroatien ein großer Hoffnungsträger. Neben dem früheren Weltranglistenersten ist vom Alten Kontinent nur noch der EM-Zweite und Weltranglistensechste Wladimir Samsonow (Weißrussland) in der Runde der besten Acht vertreten.

Boll und Samsonow sind damit auf dem Balkan Europas letzte Chancen auf eine Medaille. Denn ihre kontinentalen Kolleginnen blieben trotz des "Heimvorteils" gegen die asiatische Übermacht wie schon 2005 ohne Podestplatz. Im Einzel-Halbfinale sind die Asse aus Chinas Weltmeister-Team vollkommen unter sich, nachdem sich die rumänischen Teenagerinnen Daniela Dodean und Elizabeta Samara sowie die gebürtigen Chinesinnen Li Jiao (Niederlande) als EM-Siegerin und Liu Jia (Österreich) als letzter Europäerinnen im Achtelfinale aus dem Turnier verabschiedet hatten.

Mixed-Titel an Chinesen Wang und Guo

Das chinesische Mixed Wang Liqin/Guo Yue sicherte sich den ersten Titel. Das Duo setzte sich im Finale in der nationalen Duell mit der Paarung Ma Lin/Wang Nan mit 4:2 durch und sicherte dem Reich der Mitte damit das neunte WM-Gold im Gemischten Doppel seit 1991 hintereinander. Als beste Kombination des Deutschen Tischtennis-Bundes (Dttb) waren Doppel-Europameister Christian Süß (Düsseldorf) und Elke Wosik (Busenbach) bis in die Runde der letzten 32 gekommen. Der bislang letzte Medaillengewinn für den Dttb liegt bereits 36 Jahre zurück.

Im Endspiel des Herren-Doppels am Samstag sind die Champions aus dem Reich der Mitte zwei Jahre nach der Final-Teilnahme der heutigen Europameister Boll/Christian Süß (Düsseldorf) bei der Begegnung zwischen Wang Liqin/Wang Hao und Ma Lin/Chen Qi ebenfalls unter sich.

© SID

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