Tischtennis WM
Prämien-Diskussion im Dttb beigelegt

Nach einer Nachverhandlung werden die deutschen Tischtennis-Asse auch bei einer Bronzemedaille bei der Mannschafts-WM in Bremen mit einer Prämie bedacht. Bisher hätte es nur bei Gold und Silber eine Belohnung gegeben.

Die deutschen Tischtennis-Teams haben sich in der Prämien-Diskussion hinsichtlich der Mannschafts-WM in Bremen durchgesetzt. Sowohl die Herren um Weltcupsieger Timo Boll (Gönnern) als auch die Damen erhalten schon im Falle des Gewinns einer Bronzemedaille einen Bonus von 15 000 Euro pro Mannschaft.

"Wenn das Ziel eine Medaille ist, sollte eine Prämie für eine Medaille das Normalste der Welt sein", sagte Weltcupsieger Timo Boll (Gönnern) dem Sport-Informations-Dienstes (sid) nach dem Beschluss des Dttb-Präsidiums.

"Reden nicht über Reichtümer"

Auch Doppel-Vizeweltmeister Christian Süß (Düsseldorf), der die Problematik vor WM-Beginn in einem Zeitungsinterview öffentlich gemacht hatte, sieht die Haltung der Aktiven nur bestätigt: "Wir reden ja nicht über Reichtümer. Aber wenn man dabei geblieben wäre, nur für Gold und Silber eine Prämie zu zahlen, wäre das ein schlechtes Signal gewesen und hätte nur gezeigt, dass schon Bronze nichts mehr wert sein soll."

Verbands-Präsident Thomas Weikert, der am Vortag des WM-Auftaktes die entscheidenden Verhandlungen mit Ex-Europameister Jörg Roßkopf (Gönnern) geführt hatte, zeigte im sid-Gespräch Größe und räumte eine falsche Einschätzung der Thematik durch den Verband ein: "Man muss da gar nicht drumherum reden: Es war ein Fehler, nicht gleich von vornherein auch für Bronze eine Prämie zu beschließen. Ich kann die Spieler verstehen, und deswegen verlief das Gespräch mit "Rossi" auch problemlos. Grundsätzlich geht es auch um die Geste."

Frage der Refinanzierung

Für das "Zugeständnis" (Weikert) an die Aktiven würde der Dttb nun eigenen Mittel in die Hand nehmen. "Die ursprüngliche Regelung der Prämien war ja auch eine Frage der Refinanzierung", erläuterte der Jurist die Ausgangslage. Demnach wären die ausgelobten Geldleistungen für Gold und Silber lediglich zum Teil weitergeleitete Sonderzahlungen von Sponsoren.

Dttb-Vizepräsident Eberhard Schöler stellte gegenüber dem sid die finanziellen Zwänge seines Verbandes denn auch in Relation zu den Ansprüchen der Aktiven. "Bronze bei einer WM ist ohne Frage ein außerordentlich großer Erfolg. Bei der Prämien-Festlegung im Vorfeld der WM mussten wir uns aber auch an unseren Möglichkeiten orientieren, was für uns in Zeiten knapper Finanzmittel eben nicht leicht war. Wir haben aber die Möglichkeiten direkt vor WM-Beginn im Licht aktueller Zahlen noch einmal überprüft und konnten danach auch eine Prämie für Bronze aussetzen", sagte der WM-Zweite von 1969.

Für Herren-Bundestrainer Richard Prause war der Bronze-Beschluss der Dttb-Führung gleichwohl eine Selbstverständlichkeit: "Man muss ja nur einmal in die Statistik schauen, wie oft deutsche Mannschaften bei einer WM Bronze gewonnen haben. Das alleine zeigt doch schon den großen Stellenwert, den ein dritte Platz für uns hat."

© SID

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