Tischtennis WM
Roßkopf und Co. verpassen das Halbfinale

Die Männer des Deutschen Tischtennis-Bundes haben bei der Mannschafts-WM das Viertelfinale verloren und eine Medaille verpasst. Das Team um Jörg Roßkopf verlor 1:3 gegen Südkorea.

Die dezimierten deutschen Tischtennis-Asse haben bei der Mannschafts-WM im Viertelfinale die erhoffte Medaille verpasst. Im Viertelfinale gegen Vizeweltmeister Südkorea unterlagen Jörg Roßkopf und Co. in Guangzhou/China nach großem Kampf mit 1:3 und blieben damit erstmals seit 2002 ohne Edelmetall.

"Wir haben in entscheidenden Augenblicken wichtige Punkte verloren. Trotzdem gehen wir erhobenen Hauptes aus diesem Spiel heraus. Ich bin stolz auf meine Mannschaft", sagte Bundestrainer Richard Prause. Neben dem gar nicht erst angereisten Dreifach-Europameister Timo Boll (Knieverletzung) musste die Auswahl des Deutschen Tischtennis-Bundes (Dttb), die 2004 in Doha/Katar Silber und 2006 bei der Heim-WM in Bremen Bronze gewonnen hatte, erneut auch auf Christian Süß (Handprellung) und Bastian Steger (Oberschenkel-Verletzung) verzichten.

In der Platzierungsrunde um die Ränge fünf bis acht spielt das Dttb-Team nun am Samstagvormittag zunächst gegen Taiwan. Neben Südkorea erreichten China, Japan und Hongkong das Halbfinale. Bei den Frauen bestreiten China und Singapur das Endspiel.

Punktegarant Ovtcharov patzt trotz Führung

Ausgerechnet der bisherige Punktegarant Dimitrij Ovtcharov kassierte zwei Niederlagen, darunter die im entscheidenden vierten Einzel gegen Joo Se Hyuk. "Das ist sehr, sehr schade, ich bin total traurig. Die Niederlage kann ich bestimmt nicht so schnell abhaken, denn die Chance auf das Halbfinale war durchaus da", meinte der 19 Jahre alte EM-Dritte aus Düsseldorf.

Dem Weltranglisten-15. reichte gegen den drei Plätze besser platzierten Asiaten eine 2:1-Satzführung nicht. Im vierten Satz lag die deutsche Nummer eins bereits mit 9:6 in Führung, ehe er den Durchgang noch mit 9:11 abgab. Den entscheidenden Satz gewann der 28-jährige Joo schließlich mit 11:5. Zuvor hatte Ovtcharov bereits gegen Olympiasieger Ryu Seung Min mit 1:3 verloren. Dabei hatte er im ersten Durchgang zwei Satzbälle vergeben und letztlich nur den dritten Satz für sich entschieden.

Oldie Roßkopf mit dem einzigen Punkt

Den einzigen deutschen Punkt holte ein wie am Vortag stark aufspielender Roßkopf. Der Matchwinner des Achtelfinals gegen Österreich setzte sich in seinem 270. Länderspiel gegen Joo 3:1 durch. Der Rekordnationalspieler, der in Guangzhou seine 16. WM bestreitet, glänzte gegen den derzeit besten Defensivspieler der Welt mit hohem Tempo und unglaublicher Schlaghärte.

"Ich habe hier bisher zwei Top-Spieler geschlagen und bin trotz der Niederlage sehr zufrieden. In meinem Alter hat man so seine Höhen, die muss man dann einfach genießen", erklärte der 38 Jahre alte "Mr. Tischtennis", der erst wegen Bolls Knieverletzung (Patellasehnenreizung) in das Dttb-Team rutschte. Trainer Prause zollte seinem Altmeister Respekt für die Leistung: "Ich ziehe meinen Hut vor Rossi."

Der frühere Junioren-Weltmeister Patrick Baum begann gegen Lee Jung Woo furios und entschied den ersten Satz schnell für sich. Allerdings ließ der 20-Jährige aus Frickenhausen im zweiten Durchgang zwei Satzbälle ungenutzt, unterlag 13:15 und verlor das Match letztlich mit 1:3.

Unterdessen will die Ittf die Abwanderung chinesischer Spieler in andere Länder mit neuen Regeln zum Nationenwechsel stark eindämmen. Der Weltverband beschloss am Rande der WM, dass in Zukunft Spieler über 21 Jahren für ihr neues Land weder bei Weltmeisterschaften noch im Weltcup antreten dürfen. Für Olympia gilt die Regelung nicht.

Die nicht rückwirkend anwendbare Änderung betrifft zwar alle Länder, soll jedoch vorrangig die Auswanderungswelle von Spielern aus dem Reich der Mitte brechen. Viele Top-Spieler bezeichneten die Änderung allerdings als ungesund für den Sport, weil dadurch das Leistungsgefälle bei internationalen Turnieren größer würde.

© SID

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