Tischtennis WM
Timo Boll zum WM-Auftakt souverän

Bei der Tischtennis-WM in Zagreb hat Timo Boll die Auftakt-Hürde auf dem Weg zur ersten WM-Einzel-Medaille für einen Deutschen seit 38 Jahren locker genommen. Auch im Doppel liegt Boll auf Erfolgskurs.

Timo Boll hat sich bei der Tischtennis-WM in der "Sauna" von Zagreb nicht kalt erwischen lassen: Der dreifache Europameister aus Gönnern nahm seine ersten Hürden auf dem Weg zur ersten WM-Medaille für einen Deutschen im Einzel seit 38 Jahren locker. Er zog am "Großkampftag" durch Siege gegen den Brasilianer Thiago Monteiro (4:0) und den Schweden Robert Svensson (4:2) an der Spitze von insgesamt fünf Aktiven des Deutschen Tischtennis-Bundes (Dttb) in die Runde der besten 32 ein.

Im Doppel liegt der Weltranglistendritte mit seinem EM-Partner Christian Süß (Düsseldorf) durch den Sprung ins Achtelfinale, das bei den Damen auch Ex-Europameisterin Nicole Struse (Kroppach) mit WM-Neuling Zhenqi Barthel (Homberg) erreichte, ebenfalls voll im Soll. "Wir können weitgehend zufrieden sein", zog Dttb-Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig nach 17 Siegen in insgesamt 27 Einsätzen seiner Spieler eine positive Tagesbilanz.

Deutsche am Donnerstag im Einsatz

Neben Boll spielen am Donnerstag auch Süß sowie Bastian Steger (Frickenhausen) bei den Herren sowie Struse und Wu Jiaduo (Kroppach) bei den Damen um den Einzug in die Runde der letzten 16. Aus dem deutschen Europameister-Quintett scheiterten lediglich Rekordnationalspieler Jörg Roßkopf (Gönnern) an Japans Shootingstar Kan Yo und Jungstar Dimitrij Ovtcharov am Weltranglistenersten Ma Lin (China) ebenso im zweiten Durchgang wie Elke Wosik (Busenbach).

"Wir wollten möglichst lange möglichst viele Chancen haben. Onwohl harte Nüsse dabei waren, haben wir einige schon genutzt", meinte Schimmelpfennig mit Blick auf die Erfolge von Süß sowie Steger gegen höher eingestufte Kontrahenten und fügte hinzu: "Am Donnerstag bekommen wir auch noch wieder neue."

Zu den zehn Ausfällen im Dttb-Lager am Mittwoch gehörten auch erwartungsgemäß einige Doppel. Im Einzel mussten bei den Herren WM-Debütant Patrick Baum (Frickenhausen) sowie bei den Damen nach Barthel auch Kristin Silbereisen (Busenbach) nach einer jedoch enttäuschenden Vorstellung schon in Runde eins die Segel streichen. Im Mixed verpassten Süß/Wosik nach einem Überraschungssieg gegen ein chinesisches Duo als bestes Dttb-Paar das Achtelfinale.

Boll hatte sich bei der Vorbereitung auf seinen Einstieg ins Einzel-Turnier auch von den Favoritenstürzen von Ex-Weltmeister Werner Schlager (Österreich) sowie Ex-Europe-Top-12-Sieger Alexei Smirnow (Russland) nicht irritieren lassen. "Das waren keine Alarmglocken für mich, denn die läuten bei mir schon die ganze Zeit", meinte der 2003 bei der WM in Paris als Nummer eins der Welt im zweiten Durchgang gescheiterte Linkshänder.

"Kein attraktives Spiel"

Schwieriger als die Partie gegen den 86 Plätze tiefer notierten Südamerikaner waren für den zweimaligen Weltcupsieger, der mit Süß zwei Jahre dem gemeinsamen WM-Silber von Schanghai gegen die Tschechen Petr Korbel/Antonoin Gavlas 4:1 gewann, die Umstände: "Das Ergebnis war zwar deutlich, aber trotzdem sind die ersten Spiele bei einem so großen Turnier immer etwas unangenehm, weil man sich erst an die Umstände mit dem ganzen Gewusel in der gesamten Halle und der schwülen Hitze gewöhnen muss. Deswegen war das auch kein attraktives Spiel´, resümierte der 26-Jährige.

Gegen Svensson gab der künftige Düsseldorfer zwar seine ersten Sätze ab, war aber dennoch zufrieden mit seinem zweiten Auftritt: "Er ist fast ein Angstgegner, weil ich unsere beiden Spiele immer nur sehr knapp gewonnen habe. Aber ich habe mich schon etwas steigern können. Ich hoffe, dass die Kurve weiter nach oben zeigt."

Für den Damen-Bereich kündigte Schimmelpfennig angesichts der Stagnations-Tendenzen hinter den Routiniers Struse, Wu und Wosik veränderte Konzeptionen an: "Auch wenn die Spielerinnen der nachrückenden Generation noch Zeit haben, sich zu entwickeln, bin ich an dem Punkt angekommen, dass wir uns neue Gedanken machen müssen, wie wir jüngere Spielerinnen an das Niveau der erfahrenen Spielerinnen heranführen können."

© SID

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