Tischtennis WM
Tischtennis-WM startet mit zwei deutschen Siegen

Im ersten Spiel der Mannschafts-WM in Guangzhou besiegten die deutschen Tischtennisspieler Russland auch ohne Timo Boll mit 3:1. Auch die Frauen waren gegen Thailand erfolgreich.

Besser hätte die Mannschafts-WM im chinesischen Guangzhou für die deutschen Teams nicht beginnen können. Die Männer besiegten auch ohne ihren verletzten Star Timo Boll Russland mit 3:1 und das von Europas Nummer drei Wu Jiaduo angeführte Frauen-Team hatte beim 3:1 gegen Thailand nach nervösem Beginn letztlich keine Probleme.

"Das war ein erster wichtiger Schritt. Aber es sind insgesamt fünf wichtige Schritte zum Gruppensieg ", sagte Bundestrainer Richard Prause und dämpfte sofort die Euphorie: "Wir dürfen jetzt nicht zum Höhenflug abheben, müssen auf dem Boden bleiben." Bei einer WM zerre jedes Spiel an den Nerven, man müsse konzentriert weiterspielen.

Ovtcharov glänzt mit zwei Siegen

Jungstar Dimitrij Ovtcharov war mit zwei Punkten der Garant für den wichtigen Auftaktsieg in der Gruppe C. "Ich habe viel Selbstvertrauen, aber man darf nicht vergessen, dass es meine erste WM ist", sagte der nach Bolls Ausfall zur Nummer eins aufgestiegene 19-Jährige. Das Team habe mit Boll täglich intensiven Telefonkontakt, er sei ihr verlängerter Arm in Deutschland.

Mannschafts-Europameister Ovtcharov holte beim 3:1 gegen Fedor Kusmin den ersten Punkt für die Auswahl des Deutschen Tischtennis-Bundes (Dttb). Schließlich sorgte er in der spärlich besuchten Halle mit einem eindrucksvollen 3:0 gegen Alexej Smirnow für die Entscheidung.

Steger ärgert Smirnow

Bastian Steger hatte Smirnow in seinem Auftakteinzel bereits an den Rand einer Niederlage gebracht. Nach 0:2-Satzrückstand kämpfte sich der Frickenhausener zurück ins Spiel und dominierte die Nummer 22 der Welt in den Durchgängen drei und vier vor allem mit knallharten Vorhand-Topspins fast nach Belieben. Im entscheidenden Satz wehrte Steger zunächst zwei Matchbälle des Russen ab, nutzte aber den eigenen Vorteil bei 11:10 nicht und verlor 11:13.

Ovtcharovs Düsseldorfer Vereinskollege Christian Süß konnte Dimitrj Masunow während der gesamten Partie fast immer mit zwei bis drei Punkten auf Distanz halten und verbuchte gegen Russlands Olympia-Vierten im Doppel einen ungefährdeten Drei-Satz-Sieg. Der deutsche Rekordnationalspieler Jörg Roßkopf und Patrick Baum kamen nicht zum Einsatz.

Jiaduo findet rechtzeitig ihre Ruhe

Bei den deutschen Frauen zeigte sich die in China geborene Wu Jiaduo sehr nervös, avancierte mit Siegen gegen Anisara Muangsuk (3:1) und Nanthana Komwong (3:2) aber dennoch zur Matchwinnerin. "Anfangs habe ich einfach zu schnell gespielt. Aber ich bin dann gerade rechtzeitig noch ruhiger geworden", meinte die 30-Jährige aus Kroppach, deren Eltern im 9 000 Zuschauer fassenden Guangzhou Tianhe Gymnasium die Daumen drückten.

"Wir hatten erwartet, dass es schwer wird, doch unsere Rechnung ist aufgegangen. Das war der perfekte Start in die WM", sagte Frauen-Bundestrainer Jörg Bitzigeio nach der Vorstellung seines verjüngten Teams. Während Ex-Europameisterin Elke Wosik (Busenbach) beim 3:0 gegen Suttilux Rattanaprayoon keine Mühe hatte, zahlte die erst 17 Jahre alte WM-Debütantin Amelia Solja (Fraulautern) beim 1:3 gegen Komwong noch Lehrgeld.

In der Nacht zum Montag treffen die deutschen Männer auf Serbien, das Auftaktgegner Frankreich überraschend 3:1 besiegte. Die Dttb-Frauen müssen dagegen gleich zweimal ran. Zuerst ist Österreich, dann Weißrussland der nächste Gruppengegner. Die Österreicherinnen starteten mit einem 3:0-Erfolg gegen Spanien, dagegen verlor Weißrussland 0:3 gegen Mitfavorit Hongkong.

© SID

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