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Topfavoritin Duplitzer scheitert in Runde eins

Völlig überraschend ist Imke Duplitzer bei der Fecht-WM bereits in der ersten Runde gescheitert. Die Topfavoritin unterlag der Japanerin Megumi Harada trotz vier Matchbällen mit 14:15.

Der Schock beim Deutschen Fechter-Bund (Dfeb) sitzt tief: Topfavoritin Imke Duplitzer hat bei der Fecht-WM in Leipzig die Nerven verloren. Die Weltranglisten-Erste und Gesamt-Weltcupsiegerin unterlag in der ersten Runde sensationell der international völlig unbekannten Japanerin Megumi Harada mit 14:15 und scheiterte damit wie schon bei der WM auf Kuba 2003 in Runde eins.

"Es ist im Vorfeld alles schiefgegangen, was schiefgehen konnte. Das ist ganz tragisch. Ich bin sehr enttäuscht von mir selber. Die ganze Saison über hat alles funktioniert, was hier nicht funktioniert hat. Es war blöd und idiotisch von mir, den perfekten Treffer zu suchen", sagte die Berufssoldatin, die erstaunlich gefasst mit dem desaströsen Ergebnis umging.

Vier Matchbälle vergeben

Offenbar hatte sich Duplitzer, die vor Wettkampfbeginn nichts anderes als den Weltmeistertitel im Visier hatte, zu viel zugemutet. Beim Stand von 14:11 verlor die Vize-Weltmeisterin von 2002 in Lissabon den Glauben an die eigene Stärke, vergab vier "Matchbälle" am Stück und starrte am Ende fassungslos und tief enttäuscht auf die Planche. "Es gibt halt keinen Preis für das Schönfechten", meinte Duplitzer.

Allerdings enttäuschte nicht nur Duplitzer auf der ganzen Linie. Ihre Mannschaftskolleginnen Monika Sozanska (Heidenheim), Claudia Bokel (Tauberbischofsheim) und Britta Heidemann machten das nicht für möglich gehaltene Debakel der Degen-Damen am zweiten WM-Tag perfekt. "Die Enttäuschung ist unheimlich groß", sagte Bokel, die eine Fortsetzung ihrer Karriere am Montag offen ließ: "Damit beschäftige ich mich heute noch nicht."

Auch Junioren-Weltmeister Limbach gescheitert

Unterdessen endete der erste Auftritt auf der großen Fechter-Bühne für Junioren-Weltmeister Nicolas Limbach mit einer herben Enttäuschung. Der 19 Jahre alte Säbel-Spezialist aus Dormagen konnte sein Pech nach der 14:15-Niederlage im Viertelfinale gegen den russischen Team-Olympiasgieger Alexej Jakimenko kaum fassen. Vor allem die Leistung des bulgarischen Obmanns frustrierte Limbach zutiefst.

"Beim Stand von 14:12 und 14:14 hat der Bulgare zwei Entscheidungen getroffen, die waren mehr als fraglich. Ich habe mich nicht versteckt, als ich geführt habe, und wollte unbedingt in die Medaillenränge. Aber ich will jetzt nicht noch länger hadern. Das war meine erste WM, und wenn ich mir erstmal einen Namen gemacht habe, dann kriege ich auch mal in einer so knappen Situation den Punkt", sagte Limbach, nachdem sich die erste Enttäuschung bei Deutschlands großer Säbel-Hoffnung gelegt hatte.

Wie ein "alter Hase" hatte Limbach zuvor die Zuschauer in der Arena Leipzig in seinen Bann gezogen. Mit seiner unnachahmlichen Art trieb der selbstbewusste Junioren-Weltmeister von Linz 2005 den russischen Olympiasieger an den Rand der Verzweiflung. Zunächst führte Limbach 8:4, beim Stand von 14:12 hatte er drei "Matchbälle". "Ich weiß, was ich kann. Wir Säbler brauchen uns vor der Weltelite nicht zu verstecken. Deshalb glaube ich auch an eine Medaille mit der Mannschaft", meinte Limbach.

Christian Kraus (Eislingen), Dennis Bauer (Koblenz) und Björn Hübner (Tauberbischofsheim) waren dagegen bereits vorzeitig ausgeschieden. Kraus unterlag in der ersten Runde dem Polen Marcin Koniusz 12:15. Bauer verlor im Achtelfinale gegen den russischen Ex-Weltmeister Stanislaw Pozdniakow 8:15, während Hübner ebenfalls in der Runde der letzten 16 an Oleg Schturbabin aus der Ukraine mit 13:15 scheiterte.

Unterdessen ist die offiziell angekündigte Einführung des Videobeweises bei der Fecht-WM in Leipzig offenbar kein Thema mehr. "Die Mannschaftsleiter haben keine Anweisungen für einen Videobeweis bekommen, und da er nicht in den Regeln steht, wird er auch nicht zur Anwendung kommen", erklärte Delegationsleiter Wilfried Wolfgarten bei einer Pressekonferenz des Deutschen Fechter-Bundes (Dfeb) am Montag.

Noch bei der Eröffnungsfeier am Samstag hatte der Präsident des Fecht-Weltverbandes (FIE), der Franzose Rene Roch, den Videobeweis als neue Attraktion angekündigt. "Das war doch eine rein politische Aktion, um das IOC nach den Vorfällen von Olympia zu besänftigen", sagte Dfeb-Ehrenpräsidentin Erika Dienstl.

© SID

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