Tour de France

Marcel Kittel sprintet in Lüttich zum Sieg

Deutscher Sieg auf der zweiten Etappe der Tour de France: Sprintstar Marcel Kittel schnappte sich in Lüttich das Grüne Trikot. Mehr als eine Million Fans bejubelten zuvor in Deutschland trotz Dauerregen die Radprofis.
Update: 02.07.2017 - 17:53 Uhr Kommentieren
Der deutsche Fahrer sicherte sich den Tagessieg auf der zweiten Etappe. Quelle: Reuters
Marcel Kittel

Der deutsche Fahrer sicherte sich den Tagessieg auf der zweiten Etappe.

(Foto: Reuters)

LüttichMarcel Kittel raste mit ausgebreiteten Armen über den Zielstrich, dann flossen beim deutschen Sprintstar die Tränen. Nach einer Jubelfahrt vor mehr als einer Million Fans in Deutschland hat der 29-Jährige mit seinem überlegenen Etappensieg in Lüttich für die Krönung am Ende des zweitägigen Radsport-Spektakels gesorgt. Es war das perfekte Happy End für die deutschen Stars, nachdem am Vortag Tony Martin noch zum Auftakt der 104. Tour de France in Düsseldorf am so sehr erhofften Gelben Trikot im 14 Kilometer langen Zeitfahren vorbeigeschlittert war.

Den deutschen Tagessieg holte Kittel schließlich am Sonntag in Belgien nach. „Ja, ja, ja“, schrie Kittel seine Freude heraus und war auch noch Minuten später außer sich: „Ich bin super erleichtert. Das ist ein ganz besonderer Sieg für mich. Es war ein fantastischer Tag mit dem Start in Deutschland. Ich bin sehr stolz, dass mir der Sieg geglückt ist.“

Für den 29-Jährigen war es bereits der zehnte Tour-Etappenerfolg seiner Karriere und angesichts seiner Überlegenheit könnten weitere folgen. Sogar der Rekord von Erik Zabel mit zwölf Siegen ist in Reichweite. „Für mich geht es nicht um Zahlen, sondern um Momente. Ob ich meine Karriere irgendwann mit zehn oder elf Siegen beende, ist nicht wichtig.“

Das begeisternde Heimspiel im Rheinland hat dem Quick-Step-Profi offenbar einen zusätzlichen Kick gegeben. „Ich bin super stolz und happy, dass ich das erleben durfte. Es war der Hammer, wie viele Leute da waren. Meine Ohren tun weh von dem ganzen Krach“, schwärmte Kittel, der sich nach 203,5 Kilometern vor dem Franzosen Arnaud Demare und Landsmann André Greipel durchsetzte.

Auch sein Landsmann Martin konnte schon wieder etwas lachen. „Die letzten Tage haben mir sehr viel Spaß gebracht. Die Begeisterung und die Motivations-Sprechchöre waren wirklich toll, das werde ich mitnehmen“, sagte der viermalige Zeitfahr-Weltmeister, dem beim Auftakt acht Sekunden auf den Briten Geraint Thomas fehlten. Der Sky-Profi wird das Gelbe Trikot auch am Montag auf dem Weg nach Frankreich tragen.

Die deutschen Sponsoren der Tour de France
Bora-Hansgrohe (Team)
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Bora tritt seit 2012 mit einem eigenen Radsportteam auf. Im vergangenen Jahr ist der deutsche Küchenarmaturenhersteller Hansgrohe als Co-Sponsor dazu gestoßen. Der Grund: Peter Sagan (im Foto). Der slowakische Radrennfahrer ist der Star der Szene und auch international bekannt. Genau das wollen Bora und Hansgrohe. Sie wollen ihre Markennamen bekannter machen. Dafür ließen sie sich Sagans Dienste einiges kosten. Der Slowake gilt als einer der teuersten Fahrer im Peloton. Neben Hansgrohe wird Bora auch von weiteren Unternehmen wie dem Versandhändler Paul-Lange gesponsert.

Krombacher (Sponsor von Bora-Hansgrohe)
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Der Bierkonzern hat dem Bora-Hansgrohe-Team die Zusammenarbeit vorgeschlagen. Geworben wird mit dem alkoholfreien Krombacher 0,0%, das angeblich besonders für Sportler geeignet sei.

Skoda
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Die VW-Tochter stellt die UCI-Fahrzeuge, die Teamfahrzeuge von FDJ, LottoNL Jumbo sowie Lotto Soudal und ist bereits seit 2004 offizieller Partner der Tour de France. Während der Tour sind 250 Fahrzeuge von Skoda im Einsatz. Der Skoda Superb der UCI (im Foto) ist eine Sonderanfertigung. Das Schiebedach wird so positioniert, dass man es von der Rückbank aus bedienen kann. Außerdem wird eine spezielle Schaltzentrale eingebaut, über die der Tour-Direktor sportliche und sicherheitsrelevante Anweisungen geben kann.

Schwalbe
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Der Familienbetrieb stattet das Astana-Team mit Reifen aus und ist einer der größten Fahrradreifenhersteller Europas. 2016 Konnte er einen Umsatz von 171 Millionen Euro erzielen.

Continental
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Schwalbes Konkurrent im Radsport heißt Continental: Der Reifenhersteller stattet die Teams Bahrain-Merida, FDJ, Movistar, Orica-Scott und Sky mit Reifen aus.

Canyon
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Das Unternehmen ist der Materialausstatter der Teams Movistar und Katusha-Alpecin. Der Radhersteller aus Koblenz, verkauft Fahrräder seit 2002 unter dem Namen Canyon im Direktvertrieb, ohne Zwischenhändler und Filialen. 2015 konnte er einen Umsatz von 160 Millionen Euro generieren. Seit Juni 2016 ist die US-Private-Equity-Gesellschaft TSG Consumer Partners Minderheitseigner von Canyon. Auf diese Weise will Canyon auf dem US-Markt expandieren.

Abus (Sponsor von Bora-Hansgrohe)
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Das Unternehmen vertreibt zahlreiche Fahrradprodukte, vom Fahrradschloss bis hin zum Fahrradhelm. Bei der diesjährigen Tour de France ist Abus Co-Sponsor von Bora-Hansgrohe. Der Konzern hat außerdem ein eigenes unterklassiges Pro-Tour-Team: Abus Nutrixxion. Abus beschäftigt weltweit circa 300 Mitarbeiter und soll 2014 einen Umsatz von 260 Millionen Euro gemacht haben.

Für einige namhafte Stars ist die Tour indes bereits beendet, bevor sie so richtig losgeht. Altmeister Alejandro Valverde erlitt bei seinem schlimmen Sturz am Samstag Brüche der Kniescheibe und des Sprunggelenks auf der linken Seite. Für den früheren Tour-Dritten ist das Jahr 2017 damit gelaufen. Auch dessen Landsmann Ion Izagirre, Kapitän des Teams Bahrain-Merida, musste nach einem Bruch des Lendenwirbels passen.

Ob Debütant Rick Zabel indes Paris erreichen wird, ist mehr als fraglich. Beim Sohn des früheren Sprintstars Erik Zabel besteht der Verdacht auf einen doppelten Bänderrisses in der Schulter. Trotzdem war Zabel zur zweiten Etappe noch angetreten.

Sprechchöre auch für Jan Ullrich
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