Tour de France
Voigt jagt Armstrong das "Gelbe" ab

Die 9. Etappe der Tour de France geriet zu einer Triumphfahrt des Dänen Michael Rasmussen, der im Alleingang zum Etappensieg fuhr. Ins Gelbe Trikot schlüpfte derweil ein aufopferungsvoll fightender Jens Voigt.

HB MULHOUSE. Zum zweiten Mal nach 2001 darf sich Jens Voigt vom dänischen CSC-Team das Gelbe Trikot der Tour de France überstreifen. Beim Tagessieg des Dänen Michael Rasmussen kam der Berliner mit 3: 07 Minuten Rückstand auf dem dritten Platz hinter dem Franzosen Christophe Moreau ins Ziel.

Rasmussen setzte sich nach 171 km mit sechs Bergpreisen zwischen Gerardmer und Mülhausen in den Vogesen im Alleingang durch und machte 24 Stunden nach dem Triumph des Niederländers Pieter Weening den zweiten Sieg für das Team Rabobank perfekt. Der zuvor in der Gesamtwertung führende Lance Armstrong und Jan Ullrich kamen zeitgleich 6:06 Minuten hinter Rasmussen ins Ziel.

Zwei Minuten auf Armstrong

Trotz eines Defekts 20 km vor dem Ziel holte Voigt an der Seite des Franzosen Christophe Moreau drei Minuten Vorsprung auf das Feld mit Armstrong und Ullrich heraus. Der gebürtige Mecklenburger, der sich 2001 neben einer Touretappe schon einmal für einen Tag das "Maillot Jaune" geholt hatte, geht nun am Dienstag mit zwei Minuten Vorsprung auf Armstrong in die erste Alpen-Etappe mit der Bergankunft in Courchevel. Rasmussen nimmt die zehnte Etappe im Trikot des Führenden in der Bergwertung auf.

"Ich werde das Gelbe Trikot genießen so lange es geht. Ich bin sehr froh, dass es geklappt hat. Ich habe meinen Kritikern gezeigt, dass der alte Wolf doch noch Zähne hat. Armstrong und Ullrich haben mich fahren lassen, weil es sie zuviel Körner gekostet hätte, mich wieder einzufangen", sagte Voigt, der viel Lob von seinem Teamchef Bjarne Riis erhielt.

Der Tour-Sieger von 1996 machte aber deutlich, dass Ivan Basso der Kapitän bei CSC ist: "Eine starke Leistung. Jens hat heute alles richtig gemacht. Jetzt haben wir erst einmal am Ruhetag das Gelbe Trikot. In den Alpen sehen wir weiter. Unser Klassementfahrer ist Basso, Jens weiß das", sagte Riis.

Ullrich-Sturz bleibt ohne Folgen

Eine Schrecksekunde erlebte indes Ullrich zu Beginn des zweiten Vogesen-Teilstücks. Der T-Mobile-Kapitän, der im Gesamtklassement weiter 1:36 Minuten hinter Armstrong liegt, kam in einer Abfahrt nach der ersten Berwertung des Tages zu Fall und zog sich Schürfwunden an Armen und Beinen zu. Mit 45 Sekunden Rückstand nahm der 31-Jährige die Verfolgung des Feldes im Kreis seiner Teamkollegen auf und konnte kurze Zeit später wieder aufschließen. "Jan hat sich zum Glück nicht schlimmer verletzt", erklärte T-Mobiles sportlicher Leiter Mario Kummer.

Unterdessen nahm Voigt nach 20 km gemeinsam mit Moreau und vier weiteren Ausreißern die Verfolgung Rasmussens auf. An der Spitze des Pelotons ließ das Armstrong-Team die Spitzengruppe gewähren und beschränkte sich auf die Kontrolle des Favoritenfeldes. An den insgesamt sechs Bergwertungen des Tages zeigten sich die Helfer des sechsmaligen Toursiegers vom kollektiven Einbruch des Vortags gut erholt und führten ihren Kapitän diesmal souverän ins Ziel. Anders als auf der ersten Vogesen-Etappe am Samstag verzichteten die Gegner des US-Amerikaners diesmal auf Attacken. "Das Discovery-Team war heute besser als gestern. Es war schwer wegzukommen. Heute haben wir die Kräfte für die Alpen gespart. Ich habe gute Beine", sagte Winokurow.

Montag Pause, Dienstag Bergankunft

Am Montag steht der erste Ruhetag der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt auf dem Programm. Am Dienstag steht dann die erste Bergankunft in Couchevel auf dem Programm. Vor dem 22 km langen Schlussansieg bis auf 1 730 m geht es über den 1967 m hohen Cormet-de-Roselend, der die erste Prüfung des Tages darstellt.

© SID

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