Tour de France
Winokurow gedopt – Team Astana steigt aus

Die Tour de France droht von einem neuen Dopingskandal komplett aus der Bahn geworfen zu werden: Radprofi Alexander Winokurow ist nach Angaben seines Teams Astana bei einer Doping-Probe positiv getestet worden. Der Radrennstall hat daraus direkt Konsequenzen gezogen. Das trifft auch einen deutschen Fahrer hart.

HB HAMBURG. „Alexander Winokurow wurde positiv auf eine Bluttransfusion getestet, und das Team verlässt die Tour“, sagte Astana-Sprecherin Corinne Druey am Dienstag. Damit ist die Frankreich-Rundfahrt auch für seinen deutschen Team-Kollegen Andreas Klöden beendet. Winokurow wurde laut der französischen Sportzeitung „L'Équipe“ bei seinem Sieg am vergangenen Samstag im Zeitfahren der Tour de France des Blutdopings überführt.

Bei der Nachricht des neuen Doping-Falles brach der Schotte David Millar am Ruhetag in Pau in Tränen aus. „Wenn das in unserer jetzigen Situation einem Fahrer dieses Formats passiert, ist der Radsport nicht mehr zu retten“, prophezeite der frühere Zeitfahr-Weltmeister, der im Vorjahr eine zweijährige Doping-Strafe beendet hatte und sich seitdem als engagierter Antidoping-Kämpfer gibt. Der neue deutsche Radsportler Linus Gerdemann vom Team T-Mobile war erschüttert: „Das ist natürlich sehr schlimm und ich fühle mich von Winokurow verarscht, aber es zeigt, dass die Kontrollen greifen.“

Kurz nach der offiziellen Pressekonferenz, auf dem das Team Astana die positive Dopingprobe bekannt gab, begannen zahlreiche Gendarmerie-Beamte mit der Durchsuchung des Hotels des Rennstalls in Pau. Offenbar sollten Beweise gesichert werden.

Der 33-Jährige Winokurow, von 2000 bis 2005 für das deutsche Team T- Mobile aktiv, soll laut „L'Équipe“ unmittelbar vor dem Zeitfahren eine Bluttransfusion erhalten haben. In der A-Probe seien nun zwei verschieden Arten von roten Blutkörperchen gefunden worden. Dies deute darauf hin, dass er kurz vor dem Rennen Blut von einem passenden Spender erhalten haben müsse, schrieb die Sportzeitung. Auch nach Winokurows zweitem Etappensieg am Montag sei ein Test gemacht worden, die Ergebnisse stünden noch aus. Die Analysen würden vom Labor Chatenay-Malabry bei Paris durchgeführt.

Der Kasache war als Favorit in die Tour gestartet, verlor aber nach einem Sturz in der ersten Rennwoche viel Zeit. Der Etappensieg am Samstag kam überraschend. Im Zeitfahren triumphierte Winokurow vor dem Australier Cadel Evans. „Ich wollte es mir und allen zeigen, dass ich noch nicht geschlagen bin. Ich habe alles aus mir rausgeholt“, sagte Winokurow im Ziel. Auf der ersten Pyrenäen-Etappe am Sonntag erlitt er hingegen einen totalen Einbruch und verlor dabei 28:50 Minuten auf den dänischen Spitzenreiter Michael Rasmussen. Am Montag feierte er dann in Loudenvielle-Le Louron seinen zweiten Etappensieg.

Auch der Gesamtführende, der Däne Michael Rasmussen, steht wegen Unregelmäßigkeiten unter Verdacht. Ihm wird vorgeworfen, vor der Tour mehrfach seine Meldepflicht für unangemeldete Dopingtests verletzt zu haben. Er räumte dies ein, bezeichnete es aber als „Verfahrensfehler“.

Der deutsche T-Mobile-Team hatte bereits in der vergangenen Woche seinen Fahrer Patrick Sinkewitz suspendiert, nachdem bei der Untersuchung einer bereits in Juni genommenen Dopingprobe ein überhöhter Testosteron-Wert festgestellt worden war. ARD und ZDF stellen daraufhin ihre Berichterstattung über die Frankreichrundfahrt ein.

Erst seit den Olympischen Spielen 2004 in Athen lässt sich Blutdoping nachweisen. Olympiasieger Tyler Hamilton aus den USA war der Erste, der wegen Blutdopings gesperrt wurde.

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