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Tour-Gastspiel elektrisiert deutsche Radsport-Fans

Die deutschen Radsport-Fans rund um die Etappenstädte Karlsruhe und Pforzheim haben das Gastspiel der Tour de France mit Begeisterung verfolgt. "Die Stimmung war einfach gigantisch", sagte T-Mobile-Star Jan Ullrich.

Mit Partys und Open-Air-Konzerten wurde das Deutschland-Gastspiel der Tour de France von mehr als einer Million Zuschauer rund um die Etappenstädte Karlsruhe und Pforzheim ausgiebig gefeiert. "Die Stimmung war einfach gigantisch", beschrieb T-Mobile-Kapitän Jan Ullrich das Verhalten der deutschen Radsport-Fans beim Kurztrip auf heimischem Boden.

Wegmann: "Hatte Gänsehaut und Ohrenschmerzen"

Allein auf der Etappe von Luneville nach Karlsruhe am Freitag waren nach offiziellen Angaben 700 000 Menschen an der Strecke. Teilweise in 20er Reihen hatten sich die Fans postiert. "Ich hatte eine Gänsehaut und Ohrenschmerzen", schilderte Fabian Wegmann seine Eindrücke. Für den Gerolsteiner-Youngster wurde der Abstecher in die Heimat zur Triumphfahrt, schließlich hatte er nach einer Soloflucht als erster die Grenze bei Wintersdorf überquert. So war es für den Freiburger ein "emotionales Erlebnis", auf dem Podium auch noch das Gepunktete Trikot des Führenden in der Bergwertung entgegen zu nehmen.

T-Mobile-Profi Alexander Winokurow sprach von einer "unglaublichen Radsport-Begeisterung in Deutschland", auch Lance Armstrong war beeindruckt: "Das erlebt man immer wieder, wenn man über die Grenze kommt. Da steigt die Stimmung sprunghaft an." Der sechsmalige Toursieger wurde keineswegs mit Pfiffen im Land seines größten Rivalen empfangen. Es gab verhaltenen Applaus für Armstrong, als er das Gelbe Trikot in Empfang nahm.

Großes Showprogramm auf zehn Bühnen

Als die Fahrer bereits in ihren Hotels verschwunden waren, ging die Party in der Innenstadt weiter. Auf zehn Bühnen wurde den Rad-Touristen in Karlsruhe ein großes Showprogramm geboten. Bis tief in die Nacht waren die Kneipen voll, dafür wurde sogar die Sperrstunde um 1.00 Uhr aufgehoben. Mariah Carey und Seal bildeten mit ihren Konzerten am Wochenende für den feierlichen Abschluss.

2 400 Polizisten sorgten am Freitag und Samstag rund um die Strecke für Ordnung. Zufrieden zog Armin Lang von der Landesdirektion der Polizei Bilanz: "Die Leute waren sehr diszipliniert, es gab keine Zwischenfälle. Wir können rundrum zufrieden sein." 4 500 Helfer sorgten zudem in Karlsruhe für einen reibungslausen Ablauf.

500 000 Euro hatte sich Karlsruhe das Tour-Gastspiel kosten lassen. Geld das gut angelegt war, werden die daraus entstehenden direkten oder indirekten Einnahmen doch auf mehr als zwölf Mill. Euro geschätzt. Das jedenfalls war das Ergebnis beim letzten Tour-Abstecher nach Deutschland vor drei Jahren in Saarbrücken.

Tour soll auch 2006 nach Deutschland kommen

Zum 14. und 15. Mal machte die Frankreich-Rundfahrt diesmal Station in Deutschland. Und die Fans dürfen sich bereits in Kürze auf ein Wiedersehen freuen. Auch 2006 soll die Tour die Grenze ins Nachbarland überqueren. Das versprach Tour-Direktor Jean-Marie Leblanc, der eine kleine Schleife durch Deutschland ankündigte: "Jedesmal, wenn die Tour in Deutschland war, ist es eine Riesenfreude. Das Besondere ist das Publikum." Vor allem Freiburg darf sich nächstes Jahr große Hoffnungen auf eine Etappe machen, startet die Tour 2006 doch im benachbarten Straßburg.

© SID

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