Tour-Teilnehmer im Porträt
Aus dem Windschatten der Großen

Im Jahr eins nach dem Abtritt von Seriensieger Lance Armstrong kommt Bewegung in die Radsport-Welt. Wer die Lücke schließen wird ist unklar: Ivan Basso und Jan Ullrich sind suspendiert und nicht dabei. Da könnte die Stunde des Team Gerolsteiner schlagen. Mit dem eigenwilligen US-Amerikaner Levi Leipheimer, Armstrongs früherer Helfer bei US-Postal, hat die Mannschaft des Getränkeherstellers aus der Eifel einen richtigen Kracher am Start, der sich viel vorgenommen hat.

Bereits drei Mal fuhr Leipheimer bei der 'Großen Schleife' in die Top-Ten, im vergangenen Jahr war der US-Amerikaner Sechster. Kurz vor der Tour 2006 ließ Leipheimer mit dem Gesamtsieg bei der schweren Dauphine Libere aufhorchen. Insgesamt hat Team-Manager Hans Michael Holczer, der mit den sportlichen Leitern Udo Bölts und Christian Henn zwei erfahrene Ex-Rundfahrer in seinen Reihen hat, eine schlagkräftige Truppe beisammen. Der österreichische Kletter-Spezialist Georg Totschnig sorgte im vergangenen Jahr mit dem Gewinn der 14. Etappe hinauf nach Ax-3-Domaines für den ersten Tour-de-France-Erfolg eines Gerolsteiner-Fahrers.

Holczer hat zudem in den vergangenen Jahren ein gutes Händchen bewiesen, wenn es darum ging, deutsche Nachwuchsfahrer ins Team zu integrieren. Fabian Wegmann oder Markus Fothen sind in der Radsport-Welt längst keine unbeschriebenen Blätter mehr. Sie können sowohl Leipheimer unterstützen als auch in Fluchtgruppen Akzente setzen. Dadurch wird das Team Gerolsteiner für die anderen Mannschaften schwer auszurechnen sein.

"Wir werden Levi Leipheimer und Georg Totschnig bei ihrem Versuch, dem Podium der Tour de France nahe zu kommen, bestmöglich unterstützen", kommentiert Teamchef Holczer die Entscheidung gegen Sprinter Robert Förster. "Nach den Leistungen der Mannschaft bei der Dauphine Libere und der Tour de Suisse haben Christian Henn und ich den Entschluss gefasst, bei der Tour de France die Fraktion der bergfesten Arbeiter zu verstärken."

Im Gegensatz zu anderen Teams, erhalten bei Gerolsteiner traditionell alle neun Fahrer 'freie Fahrt', sobald sich eine Chance bietet. Holczer: 'Für Zielankünfte bei etwas rauherem Gelände haben wir Fabian Wegmann dabei, für die Sprints David Kopp und Peter Wrolich, fürs Zeitfahren unseren deutschen Meister Sebastian Lang.'

Wie weit Leipheimer als Mann fürs Gesamtklassement nach vorne fahren kann, wird der Tourverlauf zeigen. Im Windschatten der Großen befinden sich der US-Amerikaner und seine Teamkollegen allemal und haben dem deutschen Rivalen T-Mobile langsam aber sicher den Rang abgelaufen.

Tour-Bilanz:


Teilnahmen: 3
Etappenerfolge: 1

© SID

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