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Tour-Tross kapituliert vor Amstrong

Die Pyrenäen stehen zwar noch bevor, dennoch zweifelt kaum ein Teilnehmer der Tour noch am siebten Erfolg von Lance Armstrong. Einzig Jan Ullrich und Alexander Winokurow wollen den Kopf noch nicht in den Sand stecken.

Jan Ullrich hat die Hoffnung zwar noch nicht aufgegeben, doch an eine Wende bei der 92. Tour de France glaubt vor dem Pyrenäen-Wochenende eigentlich keiner mehr. "Lance Armstrong ist ein Perfektionist. Es ist unrealistisch zu sagen, man kämpft nun gegen ihn massiv an. Realistisch ist für uns ein Podiumsplatz", analysierte T-Mobile-Sportdirektor Mario Kummer nüchtern die Lage.

Dass Jan Ullrich gebetsmühlenartig wiederholt, dass die Tour erst in Paris beendet sei, sind vorerst nur Durchhalteparolen. Zu dominant, zu souverän und zu selbstbewusst präsentieren sich Armstrong und sein "blauer Zug" auch in diesem Jahr. Der 33-Jährige steuert bei seiner Abschiedsvorstellung geradewegs in Richtung siebtem Toursieg. Bereits nach den Alpen scheint die Konkurrenz vor dem übermächtigen Amerikaner kapituliert zu haben.

Geeignetes Terrain für Attacke

Der "Tour de Lance" droht in der letzten Woche die Langeweile. Dabei haben es die Pyrenäen-Tage noch einmal in sich. Vor allem am Sonntag, wenn die Königsetappe ansteht. Auf dem Teilstück von Lezat-sur-Leze nach Saint Lary Soulan sind vier Berge der ersten und ein Anstieg der höchsten Kategorie zu bewältigen. Auch am Samstag bietet sich der Schlussanstieg nach Ax-3-Domaines für Attacken geradezu an.

Doch Hans-Michael Holczer bringt die Stimmung im Peloton auf den Punkt. "Aus allgemeiner Sicht ist die Tour entschieden. Würde ich etwas anderes erzählen, wäre das dummes Geschwätz", so der Gerolsteiner-Teamchef, der seinem Schützling Levi Leipheimer (3:58 Minuten zurück) den Sprung auf das Podest durchaus zutraut. Ullrichs Rückstand auf den Dauerrivalen beträgt 4:02, im ähnlichen Bereich liegen der Vorjahreszweite Andreas Klöden (4:16) und Alexander Winokurow (4:47).

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"Wino" will es wissen

Zumindest Winokurow will noch einmal eine Attacke starten. "Ich werde es sicherlich noch einmal versuchen. Ich bin voll motiviert. Alles ist möglich", sagt der Kasache, der sich nach dem Einbruch von Courchevel mit einem Etappensieg in Briancon eindrucksvoll zurückgemeldet hat.

Armstrong selbst gibt sich zurückhaltend. "Ich muss immer noch vorsichtig sein. T-Mobile bleibt gefährlich. Sie werden noch einmal angreifen", sagt der Texaner, der nach eigenen Angaben noch nervös ist: "Ich war einmal zu selbstsicher, und da wäre es fast schief gegangen." Er spricht von 2003, als sein Vorsprung auf Ullrich in den Pyrenäen auf 15 Sekunden zusammengeschmolzen war.

© SID

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