Trainerkampf entbrannt
Zach schießt gegen Poss

Nun meldet sich auch der ehemalige DEB-Trainer Hans Zach zu Wort. Der Trainer der Kölner Haie kritisiert seinen Nachfolger Greg Poss und wirft ihm indirekt mangelnde Fachkenntnis vor.

HW WIEN. Ex-Bundestrainer Hans Zach hat sich nach dem Absturz der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft in die WM-Relegation kritisch über seinen Nachfolger Greg Poss geäußert. "Seine Taktik- und Systemdiskussion in der Öffentlichkeit ist für jeden Fachmann absolut lächerlich", sagte der Coach des KEC, der die deutsche Nationalmannschaft nach einem Abstieg unter seiner Regie, vor fünf Jahren zurück in die Erstklassigkeit und danach dreimal in Folge ins WM-Viertelfinale geführt hatte.

Poss hatte bei seinem Amtsantritt im vergangenen Oktober den Wechsel auf ein offensiveres System propagiert. Nach den Misserfolgen bei der WM in Österreich, wo die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes am Freitag gegen den Gastgeber ihr erstes Spiel der Abstiegsrunde bestritt, ist der Amerikaner aber bereits wieder auf eine defensivere Variante umgeschwenkt.

Zu den Leistungen des DEB-Teams gegen Kasachstan (1:2), Tschechien (0:2) und die Schweiz (1:5) wollte sich Zach, der seinen Vertrag nach dem neunten Platz bei der WM 2004 in Prag nicht verlängert hatte, nicht äußern: "Ich kritisiere nicht die Leistungen anderer Mannschaften." Auch über die Arbeit seines Nachfolgers bei der WM wollte der Bayer keinen Kommentar abgeben: "Der Vorstand hat sich für Poss entschieden, jetzt muss der Vorstand auch damit leben."

Greg Poss selber hatte nach der enttäuschenden Niederlage gegen die Schweiz die Diskussion um seinen Posten eröffnet. So sagte Poss: "Wenn die Mannschaft verliert, ist der Trainer das Hauptproblem. Das ist in jeder Sportart so. Ich bin verantwortlich", sagte der 39 Jahre alte Amerikaner nach der 1:5-Pleite am Donnerstag in Wien und eröffnete nach nur acht Monaten Amtszeit die Diskussion um seine Person.

Die aufkeimende Kritik an seinem zu offensiven Spielsystem, wodurch das DEB-Team immer wieder in Konter gelaufen war und dazu noch ein phasenweise katastrophales Über- und Unterzahlspiel bot, konnterte der in New Orleans geborene Coach postwendend: "Es gibt kein System der Welt, das diese Fehler ausbügeln könnte."

Auf die Frage, ob er sich das Bundestrainer-Amt so schwer vorgestellt habe, kam ihm kein "Nein" über die Lippen, zumal Poss noch Rückhalt spürt. Dass er die ersatzgeschwächte Mannschaft nicht mehr erreichen würde, bestritt Poss trotz heftiger Diskussionen während des Spiels gegen die Schweiz. Den Unmut der mitgereisten deutschen Fans hatte der kommunikative, auf äußerste Disziplin Wert legende Eishockey- Lehrer dagegen registriert: "Die Leute sind bestimmt nicht zufrieden, ich verstehe das." Schon jetzt ist klar: Der achte Platz der Weltrangliste wird an die Schweiz verloren gehen, als Konsequenz würden bei der WM 2006 in Riga schwere Gegner drohen - falls das DEB- Team und Poss dann überhaupt dabei sind.

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