Transatlantikregatta
Frauen an Bord

Kraft, Ausdauer, seglerisches Know-how, soziale Kompetenz: Die Seglerinnen des Teams KPMG mussten erst ein Assessmentcenter durchstehen, um an der Transatlantikregatta "Blue Race "teilzunehmen. Jetzt wollen sie die Männer überholen.

Der stechende Geruch liegt in der Luft, in einem Sandhaufen rauchen noch zwei Magnesiumfackeln vor sich hin. Inken Braunschmidt zieht die Schutzkappe von einer orange Plastikhülse, hält sie weit über den Kopf, und Sekunden später schießen Leuchtsterne mit einem donnernden Knall in die Höhe. Das Team KPMG probt den Ernstfall - Seenotrettungsübung.

Eigentlich hoffen Inken Braunschmidt und ihre 13 Mitstreiterinnen, dass der Ernstfall auf dem Nordatlantik niemals eintritt. Doch wer sich für die Transatlantikregatta "Blue Race" gemeldet hat, muss für alles gewappnet sein, denn die 3 600 Seemeilen lange Distanz zwischen Newport/USA und Hamburg hat es in sich. Sie geht über den stürmischen Teil des Nordatlantiks, wo nicht nur die Wellen der Feind des Seglers sind. Knapp unter der Wasseroberfläche dümpelnde Container oder schlafende Wale können mit dem Boot kollidieren. Oder Eisberge. Nicht weit von der Regattastrecke entfernt sank einst die Titanic.

Auf dem Trainingsplan der Crew steht daher neben Segeln und Sport auch die Handhabung von Signalmunition oder der Einstieg in eine wacklige Rettungsinsel.

Das Team KPMG ist die einzige reine Damenriege am Start. Die 14 Frauen gehen Mitte Juni für den Deutschen Hochseesportverband Hansa (DHH) ins Rennen. "Wir wollen schnell sein, schneller sein als die Jungs vom letzten Mal", sagt Braunschmidt, Skipperin der 18,3 Meter langen X-612 und Chefin des Projekts. 2003 brauchte die Mannschaft (unterstützt von ein paar Frauen) vom DHH 19 Tage für die Strecke. Dieses Jahr liegt das Ziel bei 17 oder 18. "Aber wir wollen auch heil ankommen", fügt die 32-Jährige hinzu.

Das Rennen wurde vom Norddeutschen Regattaverein (NRV) ins Leben gerufen und wird zusammen mit dem New York Yacht Club (NYYC) ausgerichtet. Schirmherr ist der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust. Das Blue Race ist für alle Einrümpfer mit einer Länge ab 40 Fuß (12,20 Meter) offen, auch familientaugliche Fahrtenyachten. Die langsameren Yachten starten am 16. Juni, die Rennyachten folgen am 23. Zum Beispiel der Amerikaner Ken Reid mit seinem 27 Meter langen Carbon-Racer "Rambler" oder der Kieler Admiral?s-Cup-Gewinner Tilmar Hansen, der sich extra für das Blue Race eine Elliot 52 in Neuseeland bauen ließ. Die Größte im Feld heißt Parsifal III, eine 52 Meter lange Perini Navi-Ketsch, die unter britischer Flagge segelt. Ein echter Oldtimer ist die deutsche Peter von Seestermühe, die 1936 in Danzig gebaut wurde und erfolgreich am Whitbread Race teilnahm.

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