Trauer um IOC-Ehrenmitglied
Berthold Beitz – ein Brückenbauer im Sport

Berthold Beitz zählte zu den Menschen, die auch neben ihrem beruflichen Leben Spuren hinterlassen haben. Im Sport brachte es der deutsche Jahrhundertmann bis zum Vizepräsidenten des Internationalen Olympischen Komitees.
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Berlin Neben seiner „Lebensaufgabe“ Krupp sei der Sport „wichtiges Hobby“ gewesen - so hat der an diesem Dienstag verstorbene deutsche Jahrhundertmann die Wirkungsbereiche seines 99 Jahre währenden Lebens beschrieben. Es war ein Hobby, das ihn bis ins biblische Alter fit hielt und in die Spitze des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) führte. Dort war der bedeutende Unternehmer, Juden-Retter und Stifter zu einem west-östlichen Brückenbauer geworden. Zu einem Brückenbauer im Kalten Krieg, der den Weltsport lähmte und den olympischen Sport fast an sein Ende brachte.

Zum Sport war Beitz durch Alfried Krupp und Willi Daume gekommen. Der letzte Krupp-Erbe hatte mit seiner Germania III 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin eine Bronzemedaille ersegelt. Mit der Germania VI, der letzten von Alfried 1963 in Kiel erbauten Traditionsyacht des Hauses Krupp, war Beitz zum Großsegler und Stammgast der „Kieler Woche“ geworden. Daume, der Gestalter des westdeutschen Nachkriegssports, gewann Beitz als Organisator der olympischen Segel-Regatten 1972 vor Kiel. Und er hatte Beitz im selben Jahr über den damaligen amerikanischen Präsidenten Avery Brundage auch die IOC-Mitgliedschaft besorgt.

Die unmittelbare Nähe zu den gekrönten und ungekrönten Häuptern, die Ergänzung der drei Krupp-Ringe durch die fünf olympischen Ringe, das gefiel dem Herrn Beitz und das schmeichelte ihm auch. Von 1980 an, mit der Übernahme der Präsidentschaft durch den Spanier Juan Antonio Samaranch vom irischen Lord Killanin, begann für ihn eine intensive olympische Zeit. Der Boykott der Spiele in Moskau durch den Westen und der Gegenboykott der Spiele 1984 in Los Angeles durch den Osten brachte Olympia an den Abgrund, das bettelarme IOC stand vor dem Bankrott. Einer wie Beitz war wie geschaffen für das Krisenmanagement, es fand 1984 Ausdruck durch seine Berufung zum Vizepräsidenten.

Als entschiedener Kämpfer für eine westliche Olympia-Teilnahme in Moskau stand Beitz national auf verlorenem Posten. Er, der Mann der Wirtschaft, der Anhänger der Ostpolitik von Willy Brandt, dem in Ost-Berlin und Moskau gleichermaßen Geschätzten, mochte nicht einsehen, warum ausgerechnet der Sport, und nur der Sport als politisches Kampfmittel benutzt werden sollte. Doch Kanzler Helmut Schmidt setzte sich mit seinem Boykottbegehren durch, aus Solidarität mit der westlichen Schutzmacht USA.

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Beitz sah sich als Korrektor des spanischen Sportfunktionärs Samaranch

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