Triathlon
Commerzbank übernimmt grüne Eisenmänner

Trikotwechsel für Normann Stadler und Kollegen: Das Dresdner-Kleinwort-Team startet künftig in den Farben des neuen Sponsors Commerzbank. Damit setzt der Mutterkonzern das Sponsoring fort - auch als Signal an die verunsicherte Belegschaft. Denn im Zuge der Übernahme plant die Bank den Abbau von insgesamt 9 000 Stellen.

KÖLN. Maxdorf in der Vorderpfalz erlebte am Sonntag das Ende einer Ära: Zum letzten Mal rannte Normann Stadler im hautengen grünen Dresdner-Bank-Leibchen durchs Ziel. Ab sofort startet der Ironman in Gelb - der Hausfarbe des neuen Sponsors Commerzbank. Und noch eine Neuerung kommt auf den erfolgreichsten deutschen Triathleten der Langdistanz zu: War er bisher unangefochtener Chef des siebenköpfigen Dresdner-Kleinwort-Teams, so bekommt er nun einen zweiten Leitwolf zur Seite gestellt: Der sportliche Rivale Timo Bracht, den die Commerzbank schon seit 2007 als Einzelathleten unterstützt, bildet mit Stadler ab sofort eine Doppelspitze.

Der Wechsel von Grün auf Gelb hatte sich seit Wochen angedeutet, die Bank aber behandelte ihn wie ein Staatsgeheimnis. Heute gibt die Commerzbank offiziell bekannt, dass sie im Zuge der Fusion mit der Dresdner Bank auch das bis 2011 laufende Sponsoring-Engagement der Investment-Sparte Dresdner Kleinwort weiterführen wird. "Die Dresdner Bank hat Verantwortung für ein Team von Top-Athleten übernommen. Und dazu stehen wir", sagt Uwe Hellmann, Leiter der Commerzbank-Markenführung.

Damit ergeht es den Triathleten besser als vielen Mitarbeitern - die Commerzbank baut im Rahmen der Übernahme 9 000 Stellen ab, davon 6500 im Inland. Hellmann sieht in der Weiterführung des Teams "vor allem ein starkes Signal für das erfolgreiche Zusammenwachsen der beiden Banken und deren Mitarbeiter". Eingeweihte wissen um die riskante Symbolkraft einer Doppelspitze von zwei Charakterköpfen: "Wenn Stadler und Bracht sich kloppen würden, wäre das ein Gau für die Mitarbeiter", sagt ein Kenner der Szene.

So weit freilich wird es nicht kommen - peinlich genau achten die Markenverantwortlichen auf den Außenauftritt. Interviews mit den Sportlern und Hellmann bedürfen der Schriftform, die Zahl der Fragen ist limitiert. Nur wenige Personen sind in der Umbruchphase überhaupt auskunftsberechtigt. "Die Athleten des Team sind super Jungs, mit denen ich mich hervorragend verstehe", gibt Timo Bracht zu Protokoll. Auch Normann Stadler freut sich: "Timo ist eine absolute Bereicherung für unser Team - sportlich und menschlich."

Wer die beiden Spitzensportler im Februar auf dem Ball des Sports beim zwanglosen Flachsen erlebt hat, der ahnt: Es sind keine bloßen Floskeln. Gleichwohl rangeln beide beruflich um die Krone im deutschen Triathlonsport. Stadler als Doppelsieger des prestigeträchtigen Hawaii-Ironman, Bracht als der Mann mit der zuletzt klar besseren Form. In wichtigen Wettbewerben gehen sie sich vorerst aus dem Weg.

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