Triathlon Ironman
Bracht, Stadler und Co. planen Coup auf Hawaii

Timo Bracht, Normann Stadler und Sandra Wallenhorst planen heute beim Ironman auf Hawaii den ganz großen Coup. "Ich fahre nach Hawaii, um zu gewinnen", so Stadler optimistisch.

Sandra Wallenhorst muss beim Einfangen ihres kleinen Sohnes noch eine zusätzliche Trainingseinheit absolvieren, der zweimalige Gewinner Normann Stadler genießt "die Atmosphäre wie in einer Riesenfamilie", und Timo Bracht fühlt sich in Kona "wie im Olympischen Dorf mit Badehose". Deutschlands Top-Triathleten gehen heute (18.45 Uhr) trotz der bevorstehenden Schinderei entspannt und zuversichtlich an den Start des legendären Ironman auf Hawaii.

"Mein Sohn hält mich auf Trab, aber alles ist gut. Ich möchte meiner Familie im Rennen etwas zurückgeben für die kleinen Opfer, die sie bringen", sagt Wallenhorst, die einen Rad-Sturz im Training glimpflich überstand. Nach Platz drei bei ihrem Debüt auf Big Island im Vorjahr gehört die Siegerin des Ironman Europe in Frankfurt zu den Mitfavoritinnen.

Als Top-Favoritin gilt die britische Titelverteidigerin Chrissie Wellington. Siegkandidatin ist zudem die Niederländerin Yvonne van Vlerken, die sich in Frankfurt aber Wallenhorst geschlagen geben musste. Nochmal angreifen will die sechsmalige Hawaii-Siegerin und "Swiss Miss" Natascha Badmann.

Stadler: "Fahre nach Hawaii, um zu gewinnen"

Wie bei Wallenhorst gibt der Nachwuchs auch dem zweimaligen Hawaii-Triumphator Stadler neue Kraft. "Meine Frau und ich haben zweimal sehr spät während der Schwangerschaft unser Kind verloren. Das hat mich aus der Bahn geworfen. Jetzt bin ich endlich Vater, fühle mich gut und sage: Ich fahre nach Hawaii, um zu gewinnen", sagte Stadler im Interview der Welt.

Auch Bracht fühlt sich auf Hawaii pudelwohl. "So stelle ich mir in etwa ein Olympisches Dorf vor, nur, dass in Kona alle in Badehose rumlaufen", sagt der "Eisenmann" aus Eberbach, der wie Wallenhorst mit einem Sieg in Frankfurt zur Mutter aller Ironman-Rennen reist.

"Ich glaube, dass ich noch einen Tick stärker als in Frankfurt bin", sagt Bracht, der nach seiner Disqualifikation im Vorjahr "noch eine Rechnung offen hat". Stadlers Kommentar dazu: "Wenn das so ist, müssen wir gar nicht mehr antreten. Timo, dann hast du keine Gegner mehr!" Bracht und Stadler sind Teamkollegen. Doch "sobald der große Zeh im Wasser ist, kämpft jeder für sich alleine", sagt Bracht.

"Naturgewalten sind brutal"

Respekt haben beide vor den Bedingungen auf Hawaii. "Wenn es richtig windig ist, ist es das schwerste Rennen überhaupt. Und die Naturgewalten sind so brutal, alles ist so ursprünglich und kahl. Auf der Radstrecke kann ich 30 Kilometer geradeaus schauen. Da flimmert die Hitze über der Straße. Und beim Laufen geht es mitten durch die Lava", sagt Stadler und Bracht fügt hinzu: "Auf Hawaii wird jede Schwächephase unglaublich hart bestraft."

Hochachtung haben Stadler und Bracht vor den Amateuren, die das Rennen in Angriff nehmen. "Viele Teilnehmer sind so stolz, dass sie morgens in Badehose und Trikot in den Supermarkt gehen", sagt Stadler.

Bracht weiß, dass die Quälerei über 3,8km Schwimmen, 180km Rad fahren und 42,195km Laufen für die Amateure noch härter ist: "Am Ende laufen sie im Dunkeln mit einem kleinen Licht am Trikot auf einem Highway durch die Wüste." Stadler und Bracht hoffen, dass sich einer von ihnen dann schon längst als Sieger feiern lassen kann.

Erschüttert wurde die Sportart vor ihrem wichtigsten Ereignis von einem weiteren Dopingfall. Bei der Brasilianerin Mariana Ohata wurde bei einer Trainingskontrolle das sogenannte Maskierungsmittel Furosemid entdeckt. Da sie schon 2002 als Dopingsünderin entlarvt worden war, wurde sie als Wiederholungstäterin für sechs Jahre von allen Wettkämpfen der Internationalen Triathlon Union ausgeschlossen.

© SID

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