Triathlon Ironman
Bracht wird überraschend Ironman von Frankfurt

Timo Bracht hat überraschend den Ironman Europe in Frankfurt am Main gewonnen. Der Vorjahres-Zweite stellte in 8:09:15 Stunden sogar einen Streckenrekord auf. Normann Stadler schied vorzeitig aus.

Timo Bracht hat überraschend den Ironman Europe in Frankfurt/Main gewonnen. Der Vorjahres-Zweite aus Mannheim profitierte bei seinem Triumph in den Hochhäuserschluchten von "Mainhattan" aber auch vom Ausscheiden des zweimaligen Hawaii-Siegers Normann Stadler, der mit Rückenproblemen aufgab. Siegaspirant Faris Al-Sultan musste sich bei seinem Debüt in der Mainmetropole mit Rang sechs begnügen.Bei den Frauen gewann Nicole Leder nach einem der knappsten Zielankünfte der Ironman-Geschichte.

Bracht genoss den Triumphmarsch auf dem Römer nach 3,6km Schwimmen, 180km Rad fahren und dem abschließenden Marathon über 42,195km in vollen Zügen. "Das ist ein wunderbares Gefühl. Für mich ist ein Traum wahr geworden. Ich habe an meine Chance geglaubt und sie konsequent genutzt", erklärte der 32-Jährige, der in der Stunde des Erfolges aber auch an Pechvogel Stadler dachte: "Es ist schade, dass Normann gehandicapt war und aufgeben musste."

Für Stadler stand auch die sechste Auflage in Frankfurt unter keinem guten Stern. Im Vorjahr hatte sich der einzige Deutsche, der bislang den legendären Ironman auf Hawaii zweimal gewonnen hat (2004 und 2006), nach Stürzen auf der Radstrecke unter Schmerzen ins Ziel geschleppt. Diesmal war für ihn nach 150km auf dem Rad Schluss. "Es hat keinen Sinn mehr gemacht. Die Schmerzen haben vom Rücken in die Beine ausgestrahlt", erklärte der 34 Jahre alte Mannheimer nach dem geplatzten Traum vom zweiten Sieg in Frankfurt entnervt.

Stadler will auf Hawaii gewinnen

Trotz des Rückschlags will er sich nun auf den dritten Streich auf Hawaii konzentrieren. "Ich mache schon 17 Jahre Leistungssport und habe schon schlimmere Situationen erlebt", meinte Stadler und gab sich nach der ersten Enttäuschung wieder kämpferisch: "Ich kann Hawaii in diesem Jahr immer noch gewinnnen."

Bracht, der erst seit 2004 Triathlon-Profi ist und im Vorjahr noch dem diesmal wegen einer Fersenverletzung fehlenden Neuseeländer Cameron Brown den Vortritt lassen musste, nutzte die Gunst der Stunde und verwies in 8:09:15 Stunden Michael Göhner aus Reutlingen (8:11:50) und den Darmstädter Frank Vytrisal (8:13:34) auf die Plätze zwei und drei.

Al-Sultan: "Ich schäme mich für meine Leistung"

Al-Sultan, 2005 Triumphator auf Hawaii, blieb mit knapp 14 Minuten Rückstand auf Bracht deutlich hinter den Erwartungen zurück. "Heute ging nichts, Normann war Not, ich war Elend. Ich schäme mich ein bisschen für meine Leistung", sagte der Münchner mit irakischen Wurzeln selbstkritisch.

Bei den Frauen hatte die Darmstädterin Leder nach der Schinderei in drei Akten und 9:04:11 Stunden fünf Sekunden Vorsprung vor Titelverteidigerin Andrea Brede aus Goslar. "Das war ein Duell, wie ich es noch nie erlebt habe. Mir fehlen die Worte. Heute hätten wir beide den Sieg verdient gehabt", meinte die Mutter einer sieben Jahre alten Tochter völlig fassungslos.

Die sechste Auflage in Frankfurt stand auch unter dem Zeichen des verschärften Anti-Doping-Kampfes. Am Freitag hatten sich die Athleten freiwillig Bluttests entnehmen lassen. Zudem musste jeder Starter in einer eidesstattlichen Erklärung vorab versichern, nicht zu dopen. Für das kommende Jahr werden die Kontrollen zusätzlich angezogen. Dann sind für alle Starter im Vorfeld ein- bis zweimal im Monat Tests auf EPO, anabole Steroide und Wachstumshormone Pflicht.

© SID

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