Triathlon Ironman
Deutsche Triathleten wollen auf Hawaii angreifen

Beim Ironman auf Hawaii wollen die Ex-Champions Normann Stadler und Faris Al Sultan an alte Erfolge anknüpfen. Bei den Frauen ist die Britin Chrissie Wellington Topfavoritin.

Normann Stadler und Faris Al Sultan wollen an dem Ort ihres größten sportlichen Erfolges Wiedergutmachung. Die beiden ehemaligen Gewinner haben Titelverteidiger Chris Mccormack beim legendären Ironman auf Hawaii den Kampf angesagt. Zwei Monate nach dem Olympiasieg von Jan Frodeno soll es bei der inoffiziellen WM der "Eisenmänner" heute auf Big Island erneut eine deutsche Triathlon-Sternstunde geben.

"Ich bin sicher, dass ich ins Ziel kommen werde - und das weit vorne", behauptete Stadler. Das Fiasko vom Vorjahr, als der Sieger von 2004 und 2006 im Inselparadies die Hölle erlebte und mit Magenproblemen aufgeben musste, ist abgehakt. "Ich fühle mich sehr stark", sagt der Mannheimer und freut sich auf das selbst angekündigte "Comeback des Jahres".

Für den "Norminator" geht es bei der Schinderei in drei Akten über 3,8km Schwimmen im Pazifischen Ozean, 180km Radfahren und 42,195km Laufen durch die glühenden Lavafelder nicht nur um die rund 100 000 Euro Siegprämie. Der 35-Jährige könnte von der Anzahl der Siege auch mit Ironman-Legende Peter Reid aus Kanada gleichziehen.

Al Sultan zurückhaltend

Al Sultan, der 2005 auf dem Alii-Drive in Kona triumphiert hatte, gibt sich dagegen zurückhaltend. "Ich kann selbst noch nicht abschätzen, wie gut ich drauf bin", sagt der Münchner mit irakischen Wurzeln, im Vorjahr wie Stadler von Magenproblemen außer Gefecht gesetzt.

2 007 waren die deutschen Starter erstmals seit dem Sieg von Thomas Hellriegel 1997 ohne Top-Ten-Platzierung geblieben. In diesem Jahr war die Form von Al Sultan bisher wechselhaft. Beim Ironman Europe in Frankfurt gab er entkräftet auf, dafür gewann er in Malaysia sowie beim Halb-Ironman Germany in Wiesbaden.

Gute Chancen werden auch Timo Bracht eingeräumt. Im Vorjahr kam der Profi aus Eberbach nach seinem Sieg in Frankfurt nicht über Rang 15 hinaus. "Aber ich habe meine Hausaufgaben gemacht", sagt Bracht, der in diesem Jahr in Frankfurt beim Sieg von Mccormack als Dritter vor allem sein läuferisches Potenzial unter Beweis stellte.

Deutsche Frauen schielen auf das Podium

Bei den Frauen gilt Chrissie Wellington als Maß aller Dinge. Bei ihrem Erfolg im Vorjahr ließ die Britin der Konkurrenz ebenso keine Chance wie 2008 in Frankfurt. Die Main-Zweite Nicole Leder aus Darmstadt schielt angesichts der vermeintlichen Dominanz von Wellington eher auf einen Podiumsplatz.

Aufsteigerin Sandra Wallenhorst lässt sich derweil vor ihrem Debüt auf Hawaii weder von den Temperaturen um 40 Grad Celsius, noch von der hohen Luftfeuchtigkeit von rund 90 Prozent, den berüchtigten Mumuku-Winden oder Wellington schrecken. "Auch Chrissie kocht nur mit Wasser", sagt die 36-Jährige aus Hannover, die zuletzt in Klagenfurt mit Ironman-Weltbestzeit auf sich aufmerksam machte.

Dafür hat Wallenhorst ein anderes Problem: "Beim Schwimmen fühle ich mich hier wie im Aquarium. Ich muss aufpassen, dass ich nicht zu sehr nach den Fischen gucke und dabei den Anschluss verliere."

© SID

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