Triathlon Ironman
"Eisenmänner- und Frauen" greifen beim Ironman an

Beim Ironman auf Hawaii gehen gleich alle bisherigen deutschen Sieger an den Start. Die größten Chancen in diesem Jahr werden Andreas Raelert und Sandra Wallenhorst eingeräumt.

Deutschlands "Eisenmänner" starten beim legendären Ironman auf Hawaii den Großangriff auf den Triathlon-Thron. Die größte Chance auf einen deutschen WM-Triumph auf Big Island wird Europameister Andreas Raelert zugetraut. In Normann Stadler, Faris Al-Sultan und Thomas Hellriegel gehen bei der 33. Auflage heute (Start um 18.45 Uhr/Mesz) zudem alle bisherigen deutschen Hawaii-Sieger an den Start. Bei den Frauen ruhen die Hoffnungen insbesondere auf Europameisterin Sandra Wallenhorst.

Schinderei in drei Akten im Insel-Paradies

"Seit 2009 weiß ich, dass ich das Potenzial habe, auf Hawaii zu gewinnen", sagte Raelert und gab sich vor der Schinderei in drei Akten über 3,8km Schwimmen im Pazifischen Ozean, 180km Rad fahren durch die Lavafelder und einem Marathonlauf kämpferisch. Im Vorjahr war Raelert bei seinem Debüt im Insel-Paradies, das mit seinen Naturgewalten und berüchtigten Mumuku-Winden für die Athleten zur Hölle werden kann, als Dritter durch das Ziel auf dem Alii-Drive gelaufen.

Zusätzliches Selbstvertrauen zieht der 34 Jahre alte Rostocker aus seinen Coup beim Ironman Europe im Sommer in Frankfurt. Der Umsteiger von der olympischen Distanz, der bei Olympia 2000 in Sydney Platz zwölf und vier Jahre später in Athen Rang sechs belegt hatte, fühlt sich auf der Ironman-Strecke pudelwohl. Dass er mit den besonderen Anforderungen bei der Mutter aller Ironman-Rennen auf Hawaii gut zurechtkommt, hat er 2009 bewiesen.

Unterstützung bekommt Raelert an der Strecke von seinem vier Jahre jüngeren Bruder Michael, der im kommenden Jahr auf Hawaii ebenfalls angreifen will. Die Raelerts ziehen einen Vergleich zu den Brüdern Wladimir und Witali Klitschko beim Boxen. "Im nächsten Jahr wollen wir zusammen auf Hawaii starten - als erstes Brüderpaar, von dem jeder gewinnen kann", sagte Michael und betonte: "Am Ende des Tages soll Raelert vorne stehen, egal, welcher Vorname."

Das ist aber noch Zukunftsmusik. Am frühen Sonntagmorgen Mesz (00.20 bis 5.00 Uhr live im hr) muss Raelert auf dem Weg zum Titel vor allem Craig Alexander bezwingen. Der Australier hat den ersten Hattrick bei den Männern seit Mark Allen 1992 im Visier.

Alle deutschen Sieger am Start

Ein Fragezeichen steht hinter dem Leistungsvermögen der bisherigen deutschen Sieger. Stadler, der 2004 und 2006 als bislang letzter Deutscher auf Hawaii gewann und nach wie vor als einer der besten Radfahrer gilt, müsste beim Laufen einmal mehr über sich hinauswachsen. Al-Sultan hat als persönliches Ziel einen Platz unter den besten Fünf ausgegeben. Für Hellriegel, der sich 1997 als erster Deutscher in die Siegerliste eintrug, geht es nur noch um ein respektables Abschneiden.

Die Ironman-Idee wurde 1978 geboren. Das spektakuläre Rennen sollte Aufschluss darüber geben, welcher Sportler der beste Ausdauerathlet ist - Schwimmer, Radfahrer oder Läufer. Der erste "Eisenmann" war der Taxifahrer Gordon Haller, der in 11:46:58 Stunden das Ziel erreichte und damit etwa 3:30 Stunden langsamer war als die heutigen Starter.

Wellington hat vierten Sieg in Folge im Visier

Bei den Frauen wandelt Chrissie Wellington auf den Spuren der legendären Paula Newby-Fraser. Die 33 Jahre alte Engländerin, die ihre Klasse in diesem Jahr beim Sieg in Roth mit Weltjahresbestzeit unterstrich, hat den vierten Sieg in Folge fest eingeplant. Dieses Husarenstück hat bei den Frauen bislang nur Newby-Fraser 1994 geschafft.

Wallenhorst, die sich wie Raelert den EM-Titel in Frankfurt gesichert hat, will an ihrem dritten Rang auf Hawaii aus dem Jahr 2008 anknüpfen. Gute Chancen auf eine vordere Platzierung werden zudem Sonja Tajsich zugetraut. Die Regensburgerin, die im Vorjahr auf Hawaii Platz 14 belegte, hat in diesem Jahr ihre beiden Ironman-Rennen in Südafrika und in ihrer Heimatstadt gewonnen.

© SID

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