Triathlon Ironman
Leder will Nada seine Blutwerte offenlegen

Triathlet Lothar Leder will der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada seine kompletten Blutwerte aus den vergangenen Jahren vorlegen. Leder steht unter Verdacht, sein Blut manipuliert zu haben.

Der Fall um den unter Manipulationsverdacht stehenden Spitzentriathleten Lothar Leder wird immer unübersichtlicher. Im Fernsehen des Hessischen Rundfunks berichtete Leder von einem Treffen mit Rennarzt Dr. Klaus Pöttgen vor dem Ironman in Frankfurt/Main am 1. Juli, als bei ihm auffällige Blutwerte festgestellt wurden.

"Voll vor den Kopf gestoßen"

"Da hat er mir gesagt, es würde der Verdacht bestehen, dass ich manipuliert habe. Da war ich erst einmal voll vor den Kopf gestoßen", sagte Leder und führte weiter aus: "Da hatte er mir noch angeboten, ich könnte meine Karriere beenden, da könnte man was machen mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada, irgend so einen Deal, dass ich zurücktrete und dann würden alle Werte verschwinden. Da habe ich mich natürlich nicht drauf eingelassen."

Dem widersprach Pöttgen heftig: "Ich habe keinen Deal angeboten wie von Lothar Leder behauptet, weil ich dies gar nicht könnte", erklärte der Arzt. Er habe keinen Einfluss auf einen von der Nada beauftragten und in ihrem Namen von der Firma PWC durchgeführten Vorwettkampf-Test. Er könne zudem keine Werte vertuschen, die bereits direkt nach der Abnahme und Analyse vorlagen.

Die Nada wies unterdessen diese Darstellung zurück: "Das Blutscreening, bei dem zwei Tage vor der Veranstaltung in Frankfurt am 29. Juni 2007 auffällige Werte bei Lothar Leder festgestellt wurden, wurde von der Nada nicht in Auftrag gegeben und nicht durchgeführt", hieß es in einer Pressemitteilung. Zudem verwehre sie sich gegen den indirekten Vorwurf, dass Absprachen mit ihr jemals möglich waren oder sein werden.

Leder will Blutwerte offenlegen

Als mögliche Ursache für seinen auffälligen Wert nennt Leder, der weiter seine Unschuld beteuert, inzwischen eine Herpeserkrankung. "Das war sehr schlimm, das ist ein Virus und der drückt die Retikulozyten. Das ist medizinisch erwiesen und das werden wir jetzt darlegen." Auch die anderen Blutwerte der vergangenen Jahre wolle er dem Verband offenlegen. Zudem verwies Leder noch einmal auf die Möglichkeit, das Nutzen eines "Höhenzeltes" könne die Werte in die Höhe getrieben haben.

Dieser Theorie widerspricht allerdings eine medizinische Studie. Die Deutsche Triathlon Union (DTU) hatte am Wochenende mitgeteilt, unverzüglich Ermittlungen im Fall Leder aufzunehmen. Einen Doping-Nachweis gibt es laut Nada aber nicht. Die Probe war Leder vor dem Ironman Europe in Frankfurt/Main entnommen worden.

Der Veranstalter Kurt Denk hatte am vergangenen Freitag mitgeteilt, dass Leder der einzige unter 29 getesteten Profis war, der bei der Überprüfung von Hämatokrit-, Hämoglobin- und Retikoluzytenwert ungewöhnliche Werte aufwies.

© SID

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