Triathlon National
Duell der Triathlon-Giganten in Roth

Ur-Bayer Faris Al-Sultan hat heute beim traditionsreichsten deutschen Triathlon im fränkischen Roth den Sieg im Visier und scheut dabei auch nicht den zweimaligen Gewinner Chris Mccormack aus Australien.

Der "König von Hawaii" will auch die Krone in Roth - und nebenbei zum schnellsten Triathleten der Welt aufsteigen. Nach seinem Triumph auf Hawaii im vergangenen Oktober hat Ur-Bayer Faris Al-Sultan am Sonntag beim traditionsreichsten deutschen Triathlon im fränkischen Roth den Sieg im Visier und scheut dabei auch nicht den zweimaligen Gewinner Chris Mccormack aus Australien.

"Natürlich kann ich Chris schlagen", verkündet der 28 Jahre alte Münchner mit irakischen Wurzeln voller Selbstbewusstsein und will sich den Coup knapp 200km vor seiner Haustür nicht nehmen lassen: "Ein Sieg in Roth wäre für mich etwas ganz Besonderes. Der Wettkampf gehört zu den prestigeträchtigsten der ganzen Welt und viele Freunde schauen zu. Da bin ich natürlich hoch motiviert."

Weltbestzeit im Visier

Al-Sultan ist so motiviert, dass er über die Distanz von 3,8km Schwimmen, 180km Radfahren und einem abschließenden Marathonlauf (42,195km) sogar die Weltbestzeit des Belgiers Luc van Lierde von 7:50:27 Stunden aus dem Jahr 1997 angreifen will. "Auf dem Rad habe ich noch Potenzial, und auch beim Laufen kann ich noch was drauflegen", meinte Al-Sultan: "Eine Zeit rund um die 7:50 Stunden liegt im Bereich des Möglichen."

Die Form von Al-Sultan, der 2004 in Roth gegen Mccormack noch keine Chance hatte und im Vorjahr verletzt fehlte, stimmt jedenfalls schon. Im Mai holte er sich in Erding den bayrischen Meistertitel, auch bei der Generalprobe beim schweren Wettkampf in Kraichgau ließ er der Konkurrenz das Nachsehen.

"Duell der Giganten"

Doch Mccormack will nicht abdanken, sondern den Hattrick. "Das hier ist nicht Hawaii. Dies ist mein Rennen", erklärte "Macca". Seine Landsleute blicken am fußballfreien Tag nicht wegen der WM, sondern wegen des "Duells der Giganten" (Sydney Tribune) nach Deutschland. Zudem will auch die Australierin Belinda Granger ihren Titel verteidigen.

Seine Abschiedsvorstellung in Roth gibt Andreas Niedrig, einer der schillerndsten deutschen Athleten. Der 39-Jährige aus Oer-Erkenschwick, unter anderem durch den Triathlonsport von seiner Drogensucht geheilt, geht mit großen Emotionen ins Rennen. "Den letzten Start bei meinem Lieblingswettkampf werde ich ganz besonders genießen. Es sah ja nicht mehr nach einem sportlichen Abschied aus", sagte Niedrig. Nach einer Operation konnte er froh sein, überhaupt wieder ohne Krücken laufen zu können. Doch Niedrig kämpfte sich zurück - so wie er es in seinem Leben schon öfter getan hat.

Fehlen wird in Roth hingegen der fünfmalige Gewinner Lothar Leder. Der Darmstädter, der bei seinem ersten Sieg vor zehn Jahren als erster Triathlet der Welt unter der magischen Acht-Stunden-Marke blieb, zieht wie der Mannheimer Normann Stadler, Hawaii-Sieger von 2004, einen Start beim Ironman Germany am 23. Juli in Frankfurt vor. Der Triathlon in der Mainmetropole ist gleichzeitig Qualifikation für Hawaii - um die muss sich Al-Sultan als Titelverteidiger nicht kümmern.

© SID

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