Triathlon National
Zäck bekennt sich zu positiver Doping-Probe

Nach der Bekanntgabe einer positiven Doping-Probe bei Deutschlands Top-Triathleten hat Altmeister Jürgen Zäck ein Geständnis abgelegt: "Hiermit möchte ich erklären, dass ich der betroffene Athlet bin".

Triathlon-Altmeister Jürgen Zäck hat sich am Montag in einem öffentlichen Geständnis zu einer positiven Dopingprobe bekannt. Derweil kämpfen die Athleten der Deutschen Triathlon Union (DTU) einmal mehr um ihren guten Ruf. "Wieder einer weniger. Wir kriegen sie alle", sagte Normann Stadler und lobte das nationale Kontrollsystem.

Zäck ging einen Tag nach der Bekanntgabe einer positiven A-Probe durch DTU-Präsident Klaus Müller-Ott in die Offensive. "Hiermit möchte ich erklären, dass ich der betroffene Athlet bin. Am 22. Mai wurde ich einer Trainingskontrolle unterzogen. Am 7. Juli 2006 teilte mir die Deutsche Triathlon Union mit, dass die A-Probe dieser Trainingskontrolle eine erhöhte Konzentration des Metaboliten Etiocholanolon aufweist", erklärte der 40-Jährige.

Zäck ist der dritte prominente Doping-Sünder unter Deutschlands Triathleten innerhalb von zwei Jahren. Beim Ironman Germany 2004 wurde die Heidelbergerin Katja Schumacher positiv auf Testosteron getestet. Wenig später wurde der Braunschweigerin Nina Kraft der Hawaii-Sieg wegen verbotenen Blut-Dopings aberkannt.

Angeblich "kontaminiertes Nahrungsergänzungsmittel"

Zäck führt seinen positiven Dopingbefund auf den Verzehr eines "kontaminierten Nahrungsergänzungsmittels" zurück. "Die Laboranalyse deutet auf die Zufuhr eines so genannten Prohormons hin", ließ der Koblenzer verlauten: "Während meiner Trainingsphasen habe ich verschiedene handelsübliche Nahrungsergänzungsmittel zur besseren Regeneration zu mir genommen. Die Produkte enthielten laut Etikettierung keine Substanzen, die auf der Dopingliste stehen."

Nach eigener Aussage hat Zäck nicht wissentlich gedopt: "Ich habe im Verlauf meiner Karriere nie verbotene Mittel zur Leistungssteigerung genommen und gehöre zu den Athleten im Bereich der Deutschen Triathlon Union, die am häufigsten Trainings- und Wettkampfkontrollen im In- und Ausland unterzogen wurden."

Zäck plante Karriereende

Zäck wollte am vergangenen Sonntag beim Ironman Germany in Frankfurt/Main seine Karriere beenden, hatte seinen Start dann aber offiziell wegen anhaltender Rückenprobleme abgesagt. "Mein Karriereende habe ich mir anders vorgestellt", meinte der achtmalige Ironman-Sieger. Ob Zäck seine Erfahrung wie geplant in der von der DTU und Ironman-Veranstalter Xdream gegründeten Triathlon-Stiftung zur Nachwüchsförderung einbringt, ist nun äußerst unwahrscheinlich.

Stadler wehrte sich nach dem Ironman Germany unterdessen gegen einen Generalverdacht und verwies auf das engmaschige Kontrollsystem. "Nach dem Dopingfall Nina Kraft 2004 haben wir Athleten uns freiwillig auch zu Trainingskontrollen bereit erklärt. Ich bin allein in den vergangenen Wochen dreimal spontan getestet worden", erklärte der Hawaii-Sieger von 2004.

Der 33 Jahre alte Mannheimer, der sich am Sonntag nach Stürzen mit dem Rad unter Schmerzen als Elfter ins Ziel gequält hatte, forderte den Ironman-Weltverband WTC im Kampf gegen Doping-Sünder erneut zu einem schärferen Durchgreifen auf. "Wenn ich im Trainingslager in Florida bin und dort kontrolliert werde, lachen sich die ausländischen Athleten kaputt", meinte der "Norminator".

Athleten fordern Drei-Punkte-Plan

Bereits Ende 2005 hatten 76 Athleten, zu denen neben Stadler auch die beiden anderen deutschen Hawaii-Sieger Faris Al Sultan und Thomas Hellriegel gehörten, dem WTC in einem offenen Brief einen Drei-Punkte-Plan vorgeschlagen. Demnach sollen alle Teilnehmer an WTC-Wettbewerben den Anti-Doping-Code der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada unterzeichnen und einem Trainings-Kontrollsystem angehören. Zudem sollen bei allen Wettkämpfen Dopingkontrollen stattfinden. "Doch getan hat sich seitdem nichts", kritisierte Stadler.

Müller-Ott hatte bereits am Sonntag auch die Politik in die Pflicht genommen. "Diesen Kampf kann der Sport alleine kaum meistern. Es gibt ja nicht nur die Sportler, sondern auch die Betreuer, die wie im Radsport verfolgt werden müssten", sagte der DTU-Präsident: "Ein Anti-Doping-Gesetz wäre hilfreich."

© SID

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