Triathlon WM
Frodeno hat aus seinen Fehlern gelernt

Nach dem Olympiasieg 2008 will Jan Frodeno heute in Budapest mit dem WM-Titel als erster Triathlet das Double gewinnen. "Ich will mit einem Sieg Weltmeister werden", kündigt er an.

Nur noch ein Rennen ist Jan Frodeno vom historischen Triathlon-Triumph entfernt. Der Herr der Ringe will nach seinem Olympiasieg 2008 als erster Dreikämpfer heute in Budapest auch den WM-Titel gewinnen. "Frodo" hat aus seinem Seuchenjahr 2009 gelernt. Das Rezept für die Rückkehr zum Erfolg lautet: Harte Arbeit statt flotte Sprüche. Vor dem WM-Finale in Ungarn gibt sich der 29 Jahre alte Saarbrücker entsprechend zurückhaltend.

"Die Kuh ist noch nicht vom Eis. Es ist noch ein harter letzter Weg bis zum Titel", sagt Frodeno vor dem Showdown (13.05 Uhr) gegen den spanischen Ex-Weltmeister Javier Gomez. Ein dritter Platz würde Frodeno auf jeden Fall zum WM-Coup reichen, doch auf Rechenspiele will er sich nicht einlassen: "Ich will nicht mit einem Podestplatz Weltmeister werden, sondern mit einem Sieg."

Aus Fehlern gelernt

Frodeno hat aus seinen Fehlern nach seinem Olympiasieg in Peking Lehren gezogen. "Vier Monate habe ich damals gefeiert und sicher auch gedacht, ich weiß, wie es funktioniert. Als dann die Saison kam, war das ein Schock. Du wirst ins tiefe Wasser geworfen, und obwohl du schwimmen kannst, gehst du fast unter", sagt Frodeno rückblickend: "Das war eine ganz schön krasse Lernkurve."

Zuletzt suchte Frodeno - wie schon vor Olympia - die Abgeschiedenheit. Die letzten Tage vor der Abreise am Mittwoch nach Budapest verbrachte er in einem Einzelzimmer im Sportleistungszentrum in Saarbrücken. "So konnte ich mich dem Trubel entziehen und mich ohne Ablenkung von außen voll konzentrieren. Das war vor zwei Jahren genau die richtige Strategie, und daher habe ich es jetzt wieder genauso gemacht", sagt der gebürtige Kölner.

Weniger in der Öffentlichkeit

Zwar sieht sich Frodeno weiterhin als "Triathlon-Botschafter", doch seine Auftritte in der Öffentlichkeit hat er zurückgeschraubt. "Die eine oder andere Zeitung würde wahrscheinlich auch die Tipps des Olympiasiegers zum Blumenpflanzen noch abdrucken", sagt er und hat sich deshalb wieder verstärkt auf den Sport konzentriert.

Wie ehrgeizig und erfolgshungrig Frodeno wieder ist, verdeutlichte zuletzt eine Szene beim Training. Nach einer unbefriedigenden Laufeinheit schmiss er entnervt seine Schuhe in den Wald. "Der Erfolg kommt nur von harter Arbeit. Ich besorge es mir im Training tagaus, tagein", erklärt Frodeno, der seine Jugend in Kapstadt verbrachte und erst 2004 nach Deutschland zurückkehrte. In seiner Sportart gilt Frodeno als Spätstarter. Über das Wellenreiten in Südafrika kam er zum Rettungsschwimmen und anschließend mit 16 Jahren zum Triathlon.

Justus mit Hoffnungen aufs Podium

Neben Frodeno kann sich Steffen Justus in der Gesamtwertung noch Hoffnungen auf einen Podiumsplatz machen. Der Saarbrücker reist als WM-Fünfter nach Budapest. Für Maik Petzold (Bautzen), der im Vorjahr unmittelbar vor Frodeno Rang drei belegt hatte, geht es dagegen nur noch um einen versöhnlichen Abschluss.

Im Frauen-Wettbewerb (Sonntag, 14.00 Uhr) haben die deutschen Starterinnen keine Chance mehr auf eine vordere Gesamtplatzierung. Beim Kampf um die WM-Krone läuft alles auf ein Duell zwischen der australischen Titelverteidigerin Emma Moffat und der letztjährigen Dritten Andrea Hewitt aus Neuseeland hinaus.

© SID

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