Tschechen bestreiten Verstoß
Wirbel um Weltrekordler Sebrle

Zehnkampf-Weltrekordler Roman Sebrle droht die Aberkennung seiner Silbermedaille bei den Weltmeisterschaften in Helsinki. Zusammen mit seinem tschechischen Landsmann Tomás Dvorak hatte er am Mittwoch vor dem 1500-Meter-Lauf eine möglicherweise unerlaubte Glucose-Infusion erhalten.

HB HELSINKI. Der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) hat am Freitag die Ermittlungen zu diesem Fall aufgenommen. „Ich hoffe, dass das IAAF-Council am Samstag darüber entscheiden kann“, erklärte IAAF-Vizepräsident Helmut Digel. Im Falle einer Disqualifikation von Sebrle würde der Berliner André Niklaus, der WM- Vierter geworden war, auf einen Medaillenplatz vorrücken.

„Man gönnt so etwas niemanden. Ich möchte einen dritten Platz lieber in einem fairen Wettbewerb erringen“, sagte Niklaus. Der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), Clemens Prokop, meinte: „Wenn ein Regelverstoß nachgewiesen wird, ist er der drittbeste Zehnkämpfer gewesen.“

Offen ist allerdings, ob es sich tatsächlich um eine verbotene Manipulation, einen Doping-Fall, eine Lücke im Regelwerk oder eine erlaubte Behandlung handelt. „Soweit wir wissen, haben wir nicht gegen die Regeln verstoßen“, erklärte der tschechische Teamchef Frantisek Fojt auf einer Pressekonferenz.

Der tschechische Mannschaftsarzt Petr Sikora bestätigte, dass er Sebrle und Dvorak eine Lösung mit 20 Milliliter Glucose gegeben habe. „Sie waren unterzuckert. Es waren schwierige Bedingungen. Priorität hatte die Gesundheit der Athleten“, begründete er die Verabreichung. Dabei habe es sich nicht um verbotene Mittel gehandelt, betonte Fojt. Es sei zudem das erste Mal gewesen, dass Sebrle und Dvorak bei einem Zehnkampf zwischendurch eine solche Traubenzucker-Lösung erhalten hätten. „Es war ein harter Wettkampf, ich brauchte die Glucose“, sagte Sebrle.

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