Turnen DM
Chusovitina und Hambüchen siegen deutlich

Bei den deutschen Kunstturn-Meisterschaften in Chemnitz ist sowohl Oksana Chusovitina als auch Fabian Hambüchen die erfolgreiche Titelverteidigung im Mehrkampf gelungen.

Welt- und Europameister Fabian Hambüchen hat bei den Titelkämpfen in Chemnitz seine nationale Konkurrenz in allen Belangen dominiert. Der 20-Jährige von der TSG Niedergirmes wurde mit 93,30 Punkten zum dritten Mal hintereinander deutscher Mehrkampf-Meister und hielt den Cottbuser Philipp Boy (88,95) sowie die punktgleichen Eugen Spiridonow aus Bous und den Unterhachinger Marcel Nguyen (beide 87,10) klar auf Distanz.

Höhepunkt des Abends war vor 2000 Zuschauern in der Richard-Hartmann-Halle die neue Reckkür des Hessen. Erstmals in seiner Karriere präsentierte Deutschlands "Sportler des Jahres" den Kampfrichtern einen Ausgangswert von 7,2 Punkten, den Juroren war die Übung Hambüchens 16,10 Zähler wert. Aber auch die restlichen fünf Vorträge des Ausnahmeathleten waren nahezu ohne Fehl und Tadel.

Bei optimalem Verlauf könnte Hambüchen am Sonntag Turngeschichte schreiben. Der Ausnahmeathlet erreichte an allen sechs Geräten den Endkampf und könnte somit insgesamt sieben Titel gewinnen. Die diesbezügliche Bestmarke in der jüngeren Vergangenheit stellte 1986 Sven Tippelt auf, der Leipziger gewann seinerzeit fünf DDR-Titel. Insgesamt stehen für Hambüchen auf nationaler Ebene bislang 16 erste Plätze zu Buche.

Auch Chusovitina gelingt die Titelverteidigung

Bereits am Nachmittag hatte nicht einmal ein Patzer am Stufenbarren Oksana Chusovitina an einer erfolgreichen Titelverteidigung hindern können. Die bereits 32 Jahre alte Kölnerin gewann den Mehrkampf mit 58,80 Punkten und ließ dabei Marie-Sophie Hindermann aus Tübingen (58,25) sowie die Berlinerin Katja Abel (56,60) hinter sich.

Die in Usbekistan geborene Sprung-Europameisterin profitierte bei der Wiederholung ihres Vorjahreserfolges allerdings davon, dass auch ihre teilweise mehr als 15 Jahre jüngeren Konkurrentinnen nicht fehlerlos durch ihre Programme kamen. Das Nervenflattern war groß, denn der Kür-Vierkampf in der Richard-Hartmann-Halle war der entscheidende Wettbewerb für die Olympia-Qualifikation. Chusovitina kurz und trocken: "Glück gehabt!"

Cheftrainerin Ulla Koch beunruhigten die unübersehbaren Nervositäten nicht. "Die Mädchen haben an Stabilität gewonnen, was noch fehlt, ist die Leichtigkeit", sagte die Teamchefin. Auch bei den technischen Schwierigkeiten, so Koch weiter, hätten ihre Schützlinge zugelegt.

Brinker weiterhin verunsichert

Unter Wettkampfstress hatte im früheren Karl-Marx-Stadt besonders Anja Brinker zu leiden. Die letztjährige Vize-Meisterin hatte bei der ersten Peking-Ausscheidung vor zwei Wochen in Berlin wegen einer Fersenblessur gefehlt, entsprechend unsicher ging die Schülerin aus Herkenrath an die Geräte. Am Boden verzichtete die WM-Teilnehmerin sicherheitshalber ganz auf einen Start.

Ein gelungenes Comeback hingegen auf deutschem Boden feierte die im US-Bundesstaat Utah studierende Daria Bijak aus Köln, die als Vierte (56,30) ihre olympischen Ambitionen untermauerte. Koch: "Daria war eine Bereicherung dieses Wettkampfs."

Bereits Sonntagvormittag will der Deutsche Turner-Bund (DTB) erste Nominierungsvorschläge für Peking bekanntgeben. Am Nachmittag (14.00 Uhr) werden die zehn Gerätefinals ausgetragen.

© SID

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