Turnen DM: Geschwächter Hambüchen wird gejagt

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Geschwächter Hambüchen wird gejagt

Fabian Hambüchen geht geschwächt in die deutschen Kunstturn-Meisterschaften. Von den Kollegen verspottet und am Fuß verletzt. Zumindest sportlich möchte er einiges geraderücken.

Von den Kollegen verspottet, am Fuß verletzt - was fünf Jahre lang ein Selbstläufer war, wird für Fabian Hambüchen plötzlich zum Härtetest. Es gilt einiges geradezurücken für den gleich mehrfach angeschlagenen Mehrkampf-Europameister bei den deutschen Kunstturn-Meisterschaften am Wochenende in Berlin.

Die Häme seiner nationalen Rivalen über voyeuristische Einblicke in seiner am Montag erscheinenden Autobiografie mischt sich mit der Vorfreude auf den Kampf um den begehrten Mehrkampf-Titel. Dessen Verteidigung hat der 22-jährige Hambüchen allerdings bereits abgeschrieben. Wegen Problemen am Rückfuß und an der linken Achillessehne geht der Ex-Weltmeister in der Max-Schmeling-Halle nur an vier von sechs Geräten aufs Podium, Boden und Sprung lässt der Hesse aus.

"Schlechte Chancen habe ich nun sicher nicht", glaubt der letztjährige Vize-Meister Marcel Nguyen (Unterhaching), auch Philipp Boy aus Cottbus, 2008 Zweiter hinter Hambüchen geht optimistisch in den Wettkampf: "Ich will mein Zeug machen und weit vorn sein." Als Sechskämpfer profilieren könnte sich auch Matthias Fahrig, doch den Boden-Europameister plagen Zahnschmerzen, eine Fußblessur und eine Verletzung am Finger.

Einig ist sich das Trio nicht nur beim Kampf um den Mehrkampf-Thron, sondern auch im Unverständnis darüber, was Hambüchen geritten haben könnte, weit vor dem geplanten Karriere-Ende bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro seine Lebensgeschichte aufschreiben zu lassen. "Man sagt ja, wenn man so etwas macht, geht es mit der Leistung zurück", ätzte Boy, und auch Fahrig kann diese Aktion nicht so recht nachvollziehen: "Ich weiß nicht, ob einer mit 22 anderen sein Leben erzählen muss."

Doch spätestens bei den in fünf Wochen beginnenden Weltmeisterschaften in Rotterdam wird Hambüchen wieder sportlich unersetzlich sein für die deutsche Riege, daher auch der Teilverzicht in Berlin: "Mein Ziel ist es, dort topfit an den Start zu gehen. Um dieses Vorhaben nicht zu riskieren, lasse ich Boden und Sprung aus." Wegen seiner Fußprobleme lässt sich Hambüchen seit sechs Wochen in der Sportklinik Bad Nauheim intensiv behandeln."

Während die diesjährigen Mannschafts-Europameister von Birmingham zumindest halbwegs gesund sind, fehlen bei den parallel ausgetragenen nationalen Titelkämpfen der Kunstturnerinnen gleich mehrere Stützen. Die Tübingerinnen Kim Bui (Achillessehnenriss) und Marie-Sophie Hindermann (Ellenbogenverletzung) können nicht starten. auch Olympiaturnerin Anja Brinker (Großburgwedel) steht nach einer Operation nicht zur Verfügung. Klare Favoritin auf den Mehrkampf-Titel ist daher die Mannheimerin Elisabeth Seitz.

© SID

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