Turnen DM
Hambüchen holt Titel-Hattrick bei DM

Bei den deutschen Meisterschaften in Gießen hat Fabian Hambüchen im Mehrkampf zum dritten Mal triumphiert. Trotz eines Sturzes vom Pferd verwies der 19-Jährige die Cottbusser Philipp Boy und Robert Juckel auf die Plätze.

Auch wenn das Seitpferd ihn abwarf, Reck-Europameister Fabian Hambüchen bleibt Deutschlands bester Kunstturner. Bei den nationalen Titelkämpfen holte sich der 19-Jährige von der TSG Niedergirmes zum dritten Mal in Folge den Titel im Mehrkampf.

Anders als bei der Qualifikation am Freitag war die erfolgreiche Titelverteidigung des WM-Dritten im Mehrkampf diesmal kein Selbstläufer. Schon im zweiten Durchgang musste Hambüchen das Pauschenpferd nach einem verunglückten Russenwendeschwung unfreiwillig verlassen. Am Ende aber reichten 91,70 Punkte zu Rang eins vor dem zeitweise führenden Philipp Boy aus Cottbus (87,90) sowie dessen punktgleichen Vereinskollegen Robert Juckel.

WM ohne den verletzten Jens Uebel

"Es war mein erster Wettkampf seit den Europameisterschaften im April in Amsterdam. Deshalb war ich am Anfang etwas unruhig", sagte der alte und neue Champion, der nach bestandenem Abitur ein zweiwöchiges Trainingslager in Yokohama absolviert hatte. Wichtige Punkte im Kampf um die Qualifikation für die Weltmeisterschaften Anfang September in Stuttgart sammelten neben Boy und Juckel auch der Berliner Brian Gladow.

Knapp 20 Minuten vor Wettkampfbeginn hatte der Chemnitzer Jens Uebel seine Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme schmerzhaft begraben müssen. Der 26-Jährige, deutscher Vize-Meister am Barren und am Reck, zog sich beim Einturnen eine schwere Knieverletzung, wahrscheinlich einen Kreuzbandriss, zu. Uebel, bei der WM-Qualifikation am Freitag auf Rang fünf platziert, soll schon am Montag operiert werden und wird in diesem Jahr nicht mehr turnen können.

"Oldie" Oksana Chusovitina gewinnt ihren ersten DM-Titel

Bereits am Nachmittag war Oksana Chusovitina im biblischen Turnerinnen-Alter von 32 Jahren erstmals deutsche Kunstturn-Meisterin geworden. Neun Monate nach ihrer Einbürgerung krönte die gebürtige Usbekin ihr DM-Debüt mit einem ungefährdeten Mehrkampf-Sieg. Die Wahl-Kölnerin verwies mit 59,45 Punkten Anja Brinker aus Herkenrath (58,60) und die Berlinerin Katja Abel (58, 00) auf die Plätze zwei und drei.

Vor knapp 1 800 Zuschauern in der Sporthalle Gießen-Ost spielte die Ex-Weltmeisterin ihre ganze Routine aus. Chusovitina kam ohne größere Patzer durch ihre vier Übungen und ließ der zum Teil mehr als 15 Jahre jüngeren Konkurrenz keine Chance. Sie soll in Stuttgart die deutsche Riege unter die besten zwölf Mannschaften und damit erstmals seit 16 Jahren wieder zu den Olympischen Spielen führen.

Cheftrainerin Koch mit Optimismus in die WM-Vorbereitung

Dass dies keine leichte Aufgabe sein wird, auch davon konnte sich das Gießener Publikum überzeugen. Hoffnungsträgerinnen wie Marie-Sophie Hindermann aus Tübingen, im vergangenen Jahr Mehrkampf-Dritte bei den Junioren-Europameisterschaften, stürzte gleich mehrfach. Fest steht auch schon, dass die routinierte Kölnerin Daria Bijak bei den Welttitelkämpfen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung stehen wird.

Cheftrainerin Ulla Koch geht auf jeden Fall optimistisch in die unmittelbare Wettkampfvorbereitung vor der WM: "Wir werden in Stuttgart unter großem Druck stehen, aber ich glaube an die Mädchen und daran, dass sie es schaffen werden." Einer unglücklichen Auslosung zufolge muss die deutsche WM-Riege in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle allerdings schon als eines der ersten Teams an die Geräte, erfahrungsgemäß fallen dann die Bewertungen der Kampfrichterinnen noch nicht so hoch aus.

Die deutschen Meisterschaften werden am Sonntag (14.00 Uhr) mit den insgesamt zehn Gerätefinals abgeschlossen. Bereits am Mittag wird der Deutsche Turner-Bund seine erweiterten WM-Kader nominieren.

© SID

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