Turnen EM
Deutsche Turner holen EM-Silber

Nach einer aufregenden Aufholjagd haben die deutschen Turner bei der EM in Lausanne die Silbermedaille geholt. Die Wende leitete der überragende Fabian Hambüchen ein.

Dank der Glanzform von Fabian Hambüchen hat die deutsche Riege bei den Kunstturn-Europameisterschaften die erste Medaille geholt. Nach einer spannenden Aufholjagd reichte es für das Quintett von Bundestrainer Andreas Hirsch in Lausanne mit 269,575 Punkten noch zum zweiten Rang. Der Sieg ging mit 272,450 Zählern an Russland, Rumänien belegte mit 268,950 Punkten Platz drei.

Für die letztlich entscheidenden Punkte sorgte am Seitpferd Robert Weber aus Ehmen. Der Niedersachse, der im Vorkampf zweimal hatte absteigen müssen, behielt diesmal die Nerven und durfte sich nach dem gelungenen Abgang von seinen Mannschaftskameraden und den deutschen Fans auf der Tribüne lautstark feiern lassen.

Hambüchen leitet die Wende ein

Ganz im Gegensatz zur Qualifikation am Donnerstag fand das deutsche Team im Malley-Sportpalast zunächst nur schwer in den Wettkampf. Robert Juckel aus Cottbus stürzte beim Sprung und patzte an den Ringen, nach dem ersten Durchgang lag die Mannschaft des Deutschen Turner-Bundes (DTB) nur auf dem sechsten Rang. Die Wende zum Besseren führte Reck-Weltmeister Hambüchen herbei. Mit drei Weltklasseübungen in Serie brachte der Ausnahmeturner von der TSG Niedergirmes sich und seine Kollegen wieder in eine bessere Position. Da fiel es auch kaum ins Gewicht, dass der 20-Jährige ausgerechnet am "Königsgerät" beim Handstand leicht überkippte und mit einem kleinen Punktabzug bestraft wurde.

Am Boden musste Deutschlands "Sportler des Jahres" die Fläche verlassen, stand seine mit Höchstschwierigkeiten gespickte Kür trotz einer Kapselverletzung am rechten Fuß aber tapfer durch. Mühsam humpelte er am Ende vom Podium und ließ sich gleichzeitig von den Kollegen beglückwünschen und von der Physiotherapeutin behandeln.

Für die Hirsch-Schützlinge ging mit diesem Erfolg eine lange Durststrecke bei Europameisterschaften zu Ende, zuletzt hatte es vor genau zehn Jahren in St. Petersburg Edelmetall für den DTB gegeben. Die lange Zeit führenden Franzosen büßten den greifbar nahen Titel durch einen Einbruch am Seitpferd ein, die schon im Vorkampf siegreichen Russen konnten noch vorbeiziehen.

Für Hambüchen sind die europäischen Titelkämpfe aber noch längst nicht beendet. Der Ausnahmeturner steht am Pfingstsonntag am Boden, beim Sprung, am Barren und am Reck im Finale, am "Königsgerät" strebt er dabei seinen dritten Titelgewinn an. Am Reck hatte sich auch Weber für den Endkampf qualifiziert.

© SID

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