Turnen EM
Hambüchen am Reck und im Mehrkampf souverän

Bei der Kunstturn-EM in Amsterdam hat sich Fabian Hambüchen in der Weltklasse zurückgemeldet. Am Reck und im Mehrkampf überzeugte der 19-Jährige mit starken Vorstellungen und qualifizierte sich für den Endkampf.

Zwei Endkämpfe, zwei Chancen - mit einer "Fabi-haften" Kür hat sich Fabian Hambüchen am Reck in der Weltklasse zurückgemeldet und auch seine Titelambitionen im Mehrkampf untermauert. Nach zwei Pleiten am "Königsgerät" bei EM und WM im vergangenen Jahr qualifizierte sich der angehende Abiturient bei den Europameisterschaften in Amsterdam problemlos für die Entscheidung am Sonntag. Bereits am Samstag (15.30 Uhr) greift er auch im Sechskampf nach dem Titel.

Begleitet von aber eher zaghaften "Fabi, Fabi"-Rufen ging der 19-Jährige ans Gerät und lieferte eine perfekte, aber bezüglich der Schwierigkeiten noch nicht vollständig ausgereizte, Übung ab. Daher reichte es im Reck-Klassement mit 15,475 Punkten vorerst auch nur zu Rang zwei hinter Olympiasieger Igor Cassina aus Italien (15,525).

"Die Favoritenrolle ist mir ganz recht. Jetzt will ich das Ding auch nach Hause bringen, sprich eine Mehrkampf-Medaille gewinnen", sagte Hambüchen, der sich mental hunderprozentig stark fühlt, "vom Körper her aber nur zu 85 Prozent, das sind noch die Auswirkungen des Abiturstresses". Im Juni hat der deutsche Ausnahmeturner noch eine letzte mündliche Prüfung zum Thema "Deutsche Politik" zu absolvieren.

Auch am Boden hat Hambüchen noch Chancen

Im Mehrkampf bestach der Hesse durch eine gegenüber den letztjährigen Welttitelkämpfen in Aarhus weiter verbesserte Ausgeglichenheit, die mit beachtlichen 90,175 Zählern belohnt wurde. Selbst an seinen schwächeren Geräten (Seitpferd und Ringe) konnte Hambüchen mit den Top-Konkurrenten besser Schritt halten als je zuvor. Vor dem dritten und letzten Qualifikations-Durchgang am Abend besitzt der ehemalige Reck-Europameister auch noch die Chance, am Boden den Endkampf zu erreichen.

Der zweimalige deutsche Mehrkampf-Meister muss allerdings am Wochenende nicht der einzige deutsche Medaillengewinner bleiben. Matthias Fahrig, 2006 aufgrund von Disziplinlosigkeiten für internationale Meisterschaften nicht berücksichtigt, spielte am Boden und beim Sprung seine außergewöhnlichen Fähigkeiten aus und erreichte die jeweiligen Endkämpfe.

Juckel vor dem Sprung ins Mehrkampf-Finale

Hambüchen wird im Mehrkampf-Finale von Robert Juckel aus Cottbus begleitet. Der 25-Jährige turnte einen soliden Sechskampf und kam auf beachtliche 87,450 Punkte, die Rang elf bedeuteten. Am Reck allerdings gelang dem Sportsoldaten eine schwierige Verbindung nicht, damit war die Finalchance an diesem Gerät passe. An den Ringen hingegen schlüpfte der Stuttgarter Thomas Andergassen gerade noch als Achter ins Finale.

"Da gibt es noch Reserven bei mir, aber das wusste ich auch schon vorher", sagte der Zeitsoldat, der sich trotz dieses kleinen Schnitzers eines Lobs von Cheftrainer Andreas Hirsch sicher sein konnte: "Die Entscheidung, Robert einen Mehrkampf turnen zu lassen, war auf jeden Fall richtig."

Finalambitionen hatte sich auch Marcel Nguyen (Unterhaching) gemacht, doch der Barren-Spezialist, zusätzlich gestresst durch die Abiturprüfungen in den vergangenen Wochen, kam beim Abgang zu Fall. Nicht seinen besten Tag erwischte auch Robert Weber (Ehmen), der deutsche Vize-Meister am Reck verturnte an den Ringen und musste auch das Seitpferd vorzeitig verlassen.

© SID

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