Turnen EM
Hambüchen sucht EM-Herausforderung an fünf Geräten

Bei der Kunstturn-EM im griechischen Volos sucht Fabian Hambüchen erstmals an fünf Geräten seine Chance: "Viermal rechne ich mir schon gute Finalchancen aus", sagte der 18 Jahre alte Reck-Champion.

Fabian Hambüchen will bei den Europameisterschaften im griechischen Volos nicht nur an seinem "Königsgerät", dem Reck, seinen Titel verteidigen, sondern sucht auch an vier weiteren Geräten seine EM-Chance. Erstmals turnt der deutsche Mehrkampf-Meister bei einem großen internationalen Championat (fast) einen kompletten Sechskampf.

"Viermal rechne ich mir schon gute Finalchancen aus", sagt der 18-Jährige vor den heute beginnenden Titelkämpfen, bei denen er als Zugpferd des deutschen Quintetts auch auf Edelmetall in der Mannschafts-Wertung hoffen darf. Nur am Seitpferd pausiert der Gymnasiast von der TSG Niedergirmes diesmal noch: "Fünf Geräte, das ist konditionell hart, aber da muss ich durch."

Der seit Jahresbeginn gültige neue Code de Pointage erhöht noch die körperlichen Belastungen für den Olympia-Siebten von Athen, denn die Übungen müssen nicht nur schwieriger sein als früher, sondern eben auch länger. "Das ist eine gewaltige Umstellung für einen so jungen Turner", gibt Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen zu bedenken.

"Wenn er sie fehlerfrei bringt, ist alles möglich"

Doch beim abschließenden Podiumstraining präsentierte sich sein Sohn am Reck derart souverän, dass man im deutschen Lager sicher ist, dass Hambüchen auch gegen seinen Erzrivalen, den griechischen Lokalmatadoren Vlasios Maras, bestehen kann. Chefcoach Andreas Hirsch: "Fabians Übung ist Weltklasse, wenn er sie fehlerfrei bringt, ist alles möglich."

Mit Hilfe eines sogenannten "Pogorelow", einem Jägersalto aus dem Ellgriff mit ganzer Drehung, hat der "Turn-Professor" seinen Ausgangswert um 0,4 Punkte auf 6,6 Punkte erhöht, um im Vergleich zu dem Griechen und Weltmeister Aljaz Pegan aus Slowenien mit einem kleinen Polster in den Wettkampf gehen zu können. "Es ist wichtig, sich von den anderen Turnern schon vom Ausgangswert her deutlich abzuheben", skizziert der Hesse seine taktischen Überlegungen. In der Qualifikation wird Hambüchen aber wahrscheinlich eine Drehung weglassen, um das Risiko ein wenig zu minimieren.

Für ein gutes Abschneiden in der Team-Konkurrenz wird allerdings nicht nur ein Hambüchen in Bestform, sondern eine deutliche Steigerung seiner Teamkollegen am Seitpferd benötigt. An diesem diffizilen Gerät ging am vergangenen Wochenende die Generalprobe beim Länderkampf gegen Italien und Tschechien mit fünf Absteigern gründlich daneben. Hirsch nimmt daher seine Schützlinge in die Pflicht: "Wenn sich das wiederholt, sind wir hier weg vom Fenster."

© SID

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