Turnen EM
Medaillenchancen für Brinker und Bui

Anja Brinker und Kim Bui kämpfen bei der Kunstturn-EM in Mailand um Edelmetall. Beide stehen im Mehrkampf-Finale, zudem hat es Brinker am Stufenbarren und Bui im Sprung geschafft.

Anja Brinker freute sich über ihre Medaillenchance, Kim Bui genoss ihr spätes Glück - bei den Kunstturn-Europameisterschaften in Mailand hat das deutsche Rumpfteam überrascht und sich gleich vier Startplätze für die Medaillenentscheidungen am Wochenende gesichert.

Sowohl die Olympia-Teilnehmerin aus Herkenrath als auch die Tübingerin qualifizierten sich für das Mehrkampf-Finale am Samstag (13.00 Uhr), zudem vertreten sie den Deutschen Turner-Bund (DTB) in den Endkämpfen beim Sprung (Bui) sowie beim Stufenbarren (Brinker) am Sonntag.

Dabei musste Bui allerdings bis in den Abend hinein zittern, ehe ihr frühzeitiges EM-Ende abgewendet war. Am Ende reichten 54,225 Zähler zum 22. Platz im Mehrkampf, beim Sprung landete die Schwäbin mit asiatischen Eltern auf Rang vier. Brinker wurde mit 55,400 Punkten Siebte im Mehrkampf und weckte am Stufenbarren mit der insgesamt zweithöchsten Note sogar realistische Hoffnungen auf Edelmetall.

"Anja ist und bleibt eine gute Wettkämpferin"

"Ich freue mich für Kim, dass sie sich nach ihrem nicht so starken Auftakt an den ersten beiden Geräten noch so gut fangen konnte", sagte Cheftrainerin Ulla Koch, die auch ein Lob für Buis Teamkollegin Brinker parat hatte: "Anja ist und bleibt eine gute Wettkämpferin, auf die man sich verlassen kann."

Die 18 Jahre alte Abiturientin ließ sich von der tristen Atmosphäre im weitgehend leeren Forum von Mailand nicht aus der Ruhe bringen und bestätigte insbesondere am Doppelreck zwölf Tage nach ihrem Weltcupsieg beim Turnier der Meister in Cottbus ihre aktuell gute Form. Mit dem hohen Ausgangswert von 6,2 Punkten kam sie auf 15,025 Zähler und verließ das Gerät mit strahlendem Gesicht. Brinker: "Von Anfang an lief es gut für mich, das hat mir Selbstvertrauen gegeben."

Bui hingegen lieferte einen klassischen Fehlstart ab, fing sich aber im zweiten Teil des Qualifikations-Wettkampfs. Die 20-Jährige musste am Stufenbarren beim Handstand am oberen Holm nachdrücken und stürzte vom Schwebebalken. "Da war ich nicht konzentriert genug", tadelte sich Bui selbst.

Aufgrund einer ganzen Serie von Verletzungen und Erkrankungen hatte Koch zwei weitere deutsche EM-Startplätze nicht besetzen können. Sprung-Europameisterin Oksana Chusovitina aus Köln hatte schon im November vergangenen Jahres wegen Operationen an der Achillessehne und an der Schulter auf eine Titelverteidigung verzichten müssen. Verletzungsbedingt standen auch Marie-Sophie Hindermann aus Tübingen (Achillessehne) sowie die beiden Chemnitzerinnen Joeline Möbius (Zehenbruch) und Jenny Brunner (Pfeiffersches Drüsenfieber) nicht zur Verfügung.

Russin Semenowa Tagesbeste

Als beste Mehrkämpferin erwies sich am ersten EM-Tag Ksenia Semenowa aus Russland, die 57,625 Punkte erturnte. Der Stufenbarren-Weltmeisterin am nächsten kamen die Rumänin Adriana Tamirjan (57,275) und Aagje van Walleghem aus Belgien (56,150).

Die europäischen Titelkämpfe werden am Freitag (10.00 Uhr) mit dem Qualifikations-Wettkampf der Männer fortgesetzt. Das DTB-Sextett wird dabei von Reck-Weltmeister Fabian Hambüchen (Niedergirmes) angeführt.

© SID

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