Turnen National
Hambüchen feiert durchwachsene Generalprobe

Ein erneuter Sturz vom Reck brachte Fabian Hambüchen beim DTB-Pokal in Stuttgart um die Siegchancen an seinem Spezialgerät. Der 19-Jährige triumphierte in der Schleyer-Halle dafür am Boden.

Perfekt läuft es für Fabian Hambüchen derzeit nicht. Durch einen erneuten Sturz vom Reck konnte der deutsche Ausnahmeturner keine rundum gelungene Generalprobe für die Weltmeisterschaften 2007 in Stuttgart feiern. Zehn Monate vor den Welttitelkämpfen in der Schleyer-Halle triumphierte Hambüchen beim DTB-Pokal an gleicher Stelle zwar am Boden, stürzte aber am Reck und wurde am "Königsgerät" daher nur Vierter. Am Sprung und am Barren belegte er im Kampf mit den Gerätespezialisten mit starken Übungen ebenfalls beachtliche vierte Plätze.

"Es war hauchdünn, leider habe ich die Reckstange nicht mehr ganz zu fassen bekommen", sagte Hambüchen nach seinem Fauxpas am Reck. Mit "Fabi, Fabi"-Rufen hatte das Publikum seinen Liebling förmlich zum Sieg schreien wollen. Doch erneut patzte der Olympia-Siebte an seinem Spezialgerät, dies war ihm auch schon bei den diesjährigen Europa- und Weltmeisterschaften passiert. Dennoch war er mit vier Finalqualifikationen der überragende Turner.

Hambüchen bleibt Publikumsliebling

5 000 Zuschauer jubelten dem WM-Dritten im Mehrkampf dennoch ungehemmt zu, der Gymnasiast von der TSG Niedergirmes bedankte sich, speziell nach seinem Triumph am Boden, mit einem strahlenden Lächeln, Winken und Kusshänden. "Nach der WM vor einer Woche in Aarhus war ich, wie die meisten hier, ein bisschen müde, aber wenn es darauf ankommt, geht es dann doch irgendwie", sagte der 19-Jährige, für den ein sechswöchiges "Turnen total" am Montag zu Ende geht.

Für den letztjährigen Reck-Europameister beginnt dann mit einer Französisch-Klausur die heiße Phase der Vorbereitung auf das Abitur. Hambüchen will sich ab dem Sommer ganz auf den Sport, die WM in Stuttgart und die Olympischen Spiele 2008 in Peking konzentrieren. Hambüchen: "Ich will den Rücken freihaben, das ist man ganz großes persönliches Ziel in den kommenden Monaten."

Im Schatten Hambüchens war Thomas Andergassen der einzige deutsche Nationalmannschaftsturner, der sich für ein Gerätefinale qualifizieren konnte. Der Lokalmatador aus Stuttgart kam an den Ringen auf Rang vier. Eine gebürtige Kielerin dominierte die Entscheidung am Stufenbarren. Die in Florida lebende Jana Bieger gewann die Konkurrenz am Doppelreck.

Neu-Deutsche Tschussowitina sieglos

Ohne Sieg hingegen blieb diesmal Oksana Tschussowitina. Die Anfang des Monats eingebürgerte geborene Usbekin musste sich beim Sprung, wo sie vor einer Woche in Aarhus WM-Bronze gewonnen hatte, mit Rang zwei begnügen, Dritte wurde die 31-Jährige am Stufenbarren. An diesem Gerät kam Kim Bui aus Tübingen auf den siebten Platz, Fünfte beim Sprung wurde die Ulmerin Theresa Sporer.

"Rang drei am Barren war eine echte Überraschung für mich, so etwas ist mir seit Jahren nicht mehr gelungen", berichtete Tschussowitina, die in diesem Jahr keine internationalen Wettkämpfe mehr bestreiten wird: "Ich muss jetzt meine Kräfte für das nächste Jahr sparen."

Bundestrainerin Koch glaubt an Olympia-Qualifikation

Dann ist die Mannschafts-Olympiasiegerin von 1992 als Führungskraft der deutschen Riege gefordert, die in Stuttgart unter die besten zwölf Teams kommen muss, um die Olympia-Tickets zu lösen. Bundestrainerin Ulla Koch hofft, dass auf dem Weg nach Stuttgart die international erfolgreichen Juniorinnen den Etablierten gehörig Konkurrenz machen. Koch: "Wenn wir dann noch unsere Stabilität am Schwebebalken verbessern, haben wir eine gute Chance."

Das Stuttgarter Weltcup-Turnier fand zum letzten Mal in der Schleyer-Halle statt. Ab 2007 zieht die traditionsreiche Veranstaltung nach 24 Jahren in die benachbarte Porsche-Arena um.

© SID

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