Turnen Olympia
BBC-Reporter schockiert über chinesische Methoden

Nach einem Einsatz für die britische BBC hat sich der viermalige Ruder-Olympiasieger Matthew Pinsent schockiert über das chinesische Training für den Turnnachwuchs geäußert. Die Kinder sollen sogar geschlagen werden.

Vor seiner Reise nach China zwecks einer Radio-Reportage für die britische BBC war Matthew Pinsent auf die ungewöhnlichen Umstände vorbereitet. Die Trainingsmethoden für junge Turner, die der viermalige Ruder-Olympiasieger in der Olympiastadt Peking zu sehen bekam, haben ihn dennoch entsetzt. "Das waren sehr verstörende Erfahrungen. Ich weiß, dass man Turnen bereits im Kindesalter erlernen muss. Aber was ich hier gesehen habe, hat mich wirklich schockiert", meinte der Brite nach seinem Besuch in einer Turnschule in der chinesischen Hauptstadt, in der 2008 die Sommerspiele ausgetragen werden.

Er wisse zwar um die unterschiedlichen Ansätze in der Ausbildung junger Talente in China und im Westen, aber "diese Kinder wurden meiner Meinung nach misshandelt und über die Schmerzgrenze getrieben. Ein Junge wurde eindeutig von seinem Trainer geschlagen", berichtet Pinsent: "Auch die Ausbilder bestätigten mir, dass Schlagen natürlich gegen das Gesetz sei. Aber dann kämen die Eltern und verlangten das, um ihre Kinder hart zu machen."

Der 35-Jährige, der 2004 in Athen bei seinen vierten Olympischen Spielen zum vierten Mal Gold gewonnen und als Mitglied der Athletenkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) die Menschenrechtslage in China sowie das dortige Vorgehen im Kampf gegen Doping bereits mehrmals kritisiert hatte, glaubt zwar grundsätzlich immer noch daran, dass die Vergabe der Olympischen Spiele an China positive Effekte für die Gesellschaft des Landes haben könnte. Seine jüngsten Erfahrungen hätten das allerdings zumindest in Frage gestellt.

© SID

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