Turnen WM
Deutsche Turnerinnen zeigen durchwachsenen Start

Bei der Kunstturn-WM in Stuttgart belegt das deutsche Team nach vier von zehn Qualifikations-Durchgängen nur Platz fünf. Ex-Weltmeisterin Oksana Chusovitina musste wegen Rückbeschwerden zwischenzeitlich pausieren.

Deutschlands Kunstturn-Riege hat sich bei den Weltmeisterschaften in Stuttgart nach vier von zehn Qualifikations-Durchgängen mit 231,125 Punkten vorerst den fünften Platz im Mannschafts-Wettbewerb gesichert. Spitzenreiter ist zunächst Titelverteidiger China vor Rumänien und Italien. Der Wettkampf wird am Sonntag abgeschlossen.

Auf dem langen Marsch nach Peking sind Deutschlands Kunstturnerinnen somit ein Stück vom Weg abgekommen. Nach einer von mehreren Fehlern und Stürzen durchsetzten Gesamtleistung zum Auftakt der WM werden die Gastgeberinnen des Deutschen Turner-Bundes (DTB) bis zum Sonntagabend um Rang zwölf und damit um die Olympia-Qualifikation zittern müssen.

Selbstsicher und zuversichtlich hatte sich das Sextett von Bundestrainerin Ulla Koch noch beim Podiumstraining präsentiert, doch gleich am Stufenbarren ging vor 3 500 Zuschauern erwartungsfrohen Zuschauern eine Menge schief. Mannschaftsführerin Katja Abel aus Berlin patzte gleich zweimal, Ex-Weltmeisterin Chusovitina musste das Gerät sogar vorzeitig verlassen. Kaum besser lief es am Schwebebalken, wo die Kampfrichter vier Absteiger in fünf Übungen notierten.

"Das war an jedem Gerät mindestens ein Patzer zuviel. Ein sicherer Olympiaplatz ist das noch nicht, aber wir geben die Hoffnung nicht auf", sagte DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam beim Blick auf die Ergebnisliste. Erst ein Drittel der 24 Mannschaften absolvierte am Samstag ihren Qualifikations-Wettkampf.

Nach vier brauchbaren Boden-Übungen ihrer Teamkolleginnen verzichtete Chusovitina nach Absprache mit Koch wegen Rückenproblemen kurzfristig auf ihren Start: "Ich konnte seit einer Woche kaum trainieren und will mich ganz auf den Sprung konzentrieren." Dort allerdings hat die Ex-Weltmeisterin aus Köln alle Chancen, die Medaillenentscheidung am kommenden Wochenende zu erreichen.

Auf die Teilnahme am Mehrkampf-Finale am Freitag dürfen Anja Brinker aus Herkenrath und Marie-Sophie Hindermann (Tübingen) hoffen. Die WM-Novizinnen sprangen für die gehandicapte Chusovitina in die Bresche und steigerten sich an den letzten beiden Geräten. Hindermann. "Beide konnten sich nach dem schwachen Start gut fangen", lobte Koch.

Dabei hatten sich die deutschen Athletinnen bei zwei Testländerkämpfen im Vorfeld der WM im internationalen Vergleich beachtlich geschlagen. Nach einem "Auswärtssieg" in Spanien hatten die Mädchen auch gegen Rumänien bei einem direkten Vergleich eine gute Figur abgegeben.

Ohne die gewohnte Stabilität hatten Chinas Titelverteidigerinnen die Titelkämpfe schon neun Stunden vor der feierlichen Auftaktzeremonie in der benachbarten Porsche-Arena eröffnet. Im ersten Durchgang kamen die Vorjahressiegerinnen aus dem Reich der Mitte nach mehreren Patzern auf 241,175 Punkte, lagen damit aber immer vor Rumänien (239,875) und Italien (234,425).

Weltmeisterin Vanessa Ferrari aus Italien leistete sich einen Sturz vom Schwebebalken, dennoch reichte es für die Schülerin aus Bergamo mit 60,550 Punkten in der Einzelwertung noch zu Rang hinter zwei hinter der Rumänin Steliana Nistor (61,600) und vor deren Teamkollegin Sandra Izbasa (60,350).

© SID

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