Turnen WM
Hambüchen bei der WM mit Licht und Schatten

Fabian Hambüchen hat bei den Kunstturn-Weltmeisterschaften in Aarhus das Reck-Finale verpasst, qualifizierte sich aber im Mehrkampf und am Sprung. Die deutsche Riege erreichte derweil die Mannschafts-Entscheidung.

Fabian Hambüchen ist bei den Kunstturn-Weltmeisterschaften in Aarhus in der Reck-Qualifikation gescheitert. Gleich beim ersten Flugteil seiner spektakulären Reckkür, dem Kolman-Salto, verfehlte der letztjährige Europameister die Stange und landete unfahrplanmäßig auf dem Hosenboden. 15,025 Punkte waren für den Einzug ins Finale am Sonntag zu wenig, mit einem zerknirschten Gesicht verließ der deutsche Mehrkampf-Meister das Podium.

"Ich wollte es besonders schön machen, aber das Timing hat einfach nicht gestimmt", sagte Hambüchen nach seinem zweiten Fauxpas binnen fünf Monaten. Schon bei den europäischen Titelkämpfen im griechischen Volos im Mai hatte der deutsche Vorzeigeturner an seinem Lieblingsgerät gepatzt und damit eine erfolgreiche Titelverteidigung verpasst.

Deutsche Riege erreicht Mannschafts-Finale

Dennoch war die Gesamtleistung des 18-Jährigen von der TSG Niedergirmes stark genug, um die deutsche Riege in die Mannschafts-Entscheidung am Dienstag (19.00 Uhr/live bei Eurosport) zu führen. Sie erkämpfte sich einen beachtlichen sechsten Rang und ließ dabei weit höher eingeschätzte Konkurrenten wie Weißrussland, Südkorea, die Ukraine und die USA deutlich hinter sich.

Ungeachtet des Patzers am "Königsgerät" erwies sich Hambüchen im weiteren Verlauf des WM-Auftaktes als solider Mehrkämpfer, der Gymnasiast erreichte auch in dieser Disziplin den Endkampf am Donnerstag (15.30 Uhr). Dabei kam er im Zwischenklassment auf Rang fünf, seine bislang beste internationale Platzierung im Sechskampf. Auch am Sprung konnte sich Hambüchen als Siebter einen Platz im Finale am Samstag (14.30 Uhr) sichern.

In der ersten Wettkampfhälfte hatte es zunächst für die Riege von Cheftrainer Andreas Hirsch gar nicht gut ausgesehen. Zwar kamen seine Schützlinge ohne grobe Patzer durch ihre Programme, mehrere kleine Fehler jedoch führten immer wieder zu Punktabzügen. Die erste wirklich verturnte Übung lieferte allerdings Marcel Nguyen aus Unterhaching am Barren ab.

Zwischenzeitlich auf Rang 13 abgestürzt, fing sich das deutsche Team zum Ende des Wettkampfs hin immer mehr und sicherte mit einer soliden Leistung am Boden das gesteckte Ziel. "Das Mannschafts-Ergebnis stand für mich immer im Vordergrund, das haben die Jungs umgesetzt. Ich verspüre einen gewissen Grad der Zufriedenheit", erklärte dazu Hirsch.

China deklassiert Konkurrenz

In der Team-Entscheidung ist die Mannschaft Chinas der erste Anwärter auf die Goldmedaille. Die Titelverteidiger präsentierten sich als die geschlossenste Riege und distanzierten mit 370,450 Punkten Olympiasieger Japan (367,750) sowie Ex-Weltmeister Russland (365,400) deutlicher als erwartet. Allerdings beginnen alle Finalisten im Endkampf wieder bei null Punkten.

© SID

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