Turnen WM
Hambüchen führt deutsche Männer zu Olympia 2008

Europameister Fabian Hambüchen hat sich für das Reck-Finale am Sonntag qualifiziert. Bei der Kunstturn-WM in Stuttgart konnte sich die deutsche Männerriege zudem für Olympia 2008 in Peking qualifizieren.

Deutschlands Kunstturner haben sich bei den Weltmeisterschaften in Stuttgart souverän für Olympia 2008 in Peking qualifiziert. Die WM-Gastgeber erreichten angeführt vom überragenden Fabian Hambüchen im Qualifikations-Wettkampf mit 364,350 Punkten den dritten Rang und stehen somit auch im Mannschafts-Finale am Donnerstag (14.00 Uhr).

Hambüchen selber erreichte zudem den Endkampf am Reck. Darüber hinaus darf der Europameister in der Mehrkampf-Entscheidung am Freitag sowie im Sprung-Finale am Sonntag auf Medaillenjagd gehen.

Nach dem begeisternden Wettkampf mit der besten Teamplatzierung bei einer WM seit 16 Jahren versammelten sich die deutschen Athleten auf der Bodenfläche und bedankten sich beim Publikum. Der Handball-WM-Hit "Wenn nicht jetzt, wann dann", dröhnte durch die Lautsprecherboxen, die Besucher schunkelten und tanzten begeistert mit.

"Wir sind überglücklich, denn an den letzten beiden Geräten Pferd und Ringe hätte noch viel schieflaufen können", sagte Hambüchen. Fast noch begeisterter war sein Vater und Trainer Wolfgang: "Eine tolle Party!". Erleichert und zufrieden gab sich auch Bundestrainer Andreas Hirsch: "Wir dürfen uns in unserer Arbeit bestätigt fühlen.'

Besonders an seinem Spezialgerät war Hambüchen eine Klasse für sich. Mit der höchsten Ausgangsnote von 7,0 Punkten distanzierte er die Konkurrenz um insgesamt mehr als einen halben Zähler und ist in dieser Verfassung erster Anwärter auf die Goldmedaille am "Königsgerät".

Vor 7 000 Zuschauern in der fast ausverkauften Hanns-Martin-Schleyer-Halle herrschte in Stuttgart erstmals weltmeisterliche Stimmung. Denn auch die Teamkollegen des deutschen Mehrkampf-Meisters behielten in der hitzigen Atmosphäre kühlen Kopf und blieben bei insgesamt 30 Übungen an sechs Geräten komplett sturzfrei.

"Die Halle wird rocken", hatte Hambüchen prophezeit und der Olympiasiebte am Reck sollte Recht behalten. Nach einem nahezu perfekten Start beim Sprung blieb das Sextett von Cheftrainer Andreas Hirsch dicht an seinem Leistungslimit und animierte das Publikum immer wieder zur La Ola.

Ins Mehrkampf-Finale wird Hambüchen von Philipp Boy aus Cottbus begleitet, alle anderen deutschen Gerätartisten erreichten hingegen keinen weiteren Endkampf. "Der Mannschafts-Erfolg stand im Vordergrund und deswegen können wir sehr zufrieden sein", lautete das erste Fazit von Wolfgang Willam, Sportdirektor des Deutschen Turner-Bundes (DTB).

An der Spitze ließ Titelverteidiger China keine Zweifel an seiner klaren Favoritenstellung für das Mannschafts-Finale am Donnerstag (14.00 Uhr) aufkommen. Mit 374,275 Punkten wurde selbst Olympiasieger Japan (370,725) spürbar distanziert.

Auch in der Einzelwertung gaben die Asiaten den Ton an. Vorjahressieger Yang Wei aus China sammelte 93,925 Zähler. Dem 27-Jährigen am nächsten kamen die beiden Japaner Hiroyuki Tomita (93,625) und Hisashi Mizutori (92,575). Hambüchen kam mit 92,375 Punkten auf Rang vier.

Für den Abschluss der Welttitelkämpfe am Sonntag mit dem Reckfinale der Männer hat sich der für den Sport zuständige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble als Ehrengast angesagt. Dies gab der DTB am Dienstag bekannt. Noch nicht abschließend geklärt ist eine Stippvisite von Bundeskanzlerin Angela Merkel, offizielle Schirmherrin der Veranstaltung.

Die Weltmeisterschaften werden am Mittwoch (14.00 Uhr) mit dem Mannschafts-Finale der Frauen fortgesetzt.

© SID

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