Turnen WM
Hambüchen holt Bronze im Mehrkampf

Der deutsche Youngster Fabian Hambüchen hat bei den Kunstturn-Weltmeisterschaften in Aarhus die Bronzemedaille im Mehrkampf gewonnen. Der Chinese Yang Wei siegte im Finale vor Hiroyuki Tomita (Japan).

Der 18 Jahre alte Fabian Hambüchen hat bei den Kunstturn-Weltmeisterschaften im dänischen Aarhus die Bronzemedaille im Mehrkampf geholt. Der Youngster aus Niedergirmes kam im Finale hinter dem neuen Titelträger Yang Wei (China) und dem Japaner Hiroyuki Tomita auf Rang drei und wurde für seine phänomenale Aufholjagd von den deutschen Fans ausgiebig gefeiert. Es war die erste WM-Medaille im Sechskampf für den Deutschen Turner-Bund (DTB) seit 13 Jahren, damals war der Berliner Andreas Wecker Dritter geworden.

"Das war der beste Wettkampf meines Lebens", schrie Hambüchen förmlich auf dem Weg zur Siegerehrung, bei der die stundenlange Anspannung sicht- und spürbar von ihm abfiel. Rainer Brechtken, Präsident des Deutschen Turner-Bundes (DTB), analysierte glücklich und doch auch präzise: "Fabian ist mitten in der Weltklasse angekommen und das bei Schwächen am Seitpferd. Er ist und bleibt ein Glücksfall für das deutsche Turnen."

Perfekte Vorstellung am Reck

Gleich zweimal hatte der 18-Jährige im Verlauf der WM-Woche seine Reckkür mit einem Sturz begonnen, diesmal behielt der Gymnasiast am "Königsgerät" die Nerven und spulte sein leicht abgespecktes Programm nahezu perfekt ab, seinen zweimal misslungenen Kolman-Salto eingeschlossen. Am Ende kam Hambüchen am Reck auf 15,675, insgesamt auf 92,975 Punkte, vor ihm lagen nur Yang Wei (94,400) und Hiroyuki Tomita (93,175).

Hambüchen, vor 3 500 Zuschauern mit einer starken Bodenübung in die Entscheidung gestartet, bewies Kämpferqualitäten, als er nach seinen schwächeren Geräten Seitpferd und Ringe bis auf den zehnten Platz zurückfiel. Doch ein nahezu perfekter Sprung brachte den Hessen beim Medaillenrennen wieder ins Spiel, am Barren setzte Hambüchen seine Erfolgsserie fort und verbesserte sich bis auf Rang vier.

"Es wäre klasse, wenn ich meine Platzierung aus der Qualifikation halten könnte", hatte Hambüchen vor der Entscheidung in der Nrgi-Arena als Marschroute ausgegeben. Darüber hinaus wollte der von seinem Vater Wolfgang trainierte Schüler "einen schönen und sauberen Durchgang" turnen. Das gelang ihm bis zum Ende, und er verabschiedete sich vom Publikum mit einem strahlenden Lächeln und hoch erhobenen Armen.

Spiridonow im Pech

Großes Pech hatte Hambüchens Teamkollege Eugen Spiridonow. Der gebürtige Russe stand als erster Reserveturner bereit, wurde aber vom Organisationskomitee nicht darüber informiert, dass der Südkoreaner Kim Dae Eun seinen Start kurzfristig abgesagt hatte. Deshalb blieb der Vize-Europameister am Seitpferd in der Aufwärmhalle, als die Mehrkampf-Finalisten zum Wettkampf gerufen worden.

"Das ist sehr schade für Eugen, er kann überhaupt nichts dafür. Wir werden uns Maßnahmen überlegen, aber zu mehr als einer Entschuldigung und einer kleinen Geste ihm gegenüber wird es wohl nicht kommen", erklärte dazu DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam. Bei den letztjährigen Welttitelkämpfen in Melbourne hatte Spiridonow einen unerwarteten zehnten Platz belegt.

Ferrari holt Titel nach Italien

Mit dem Sieg von Vanessa Ferrari endete unterdessen die Mehrkampf-Entscheidung der Frauen. Die Italienerin setzte sich vor der in Deutschland geborenen Jana Bieger aus der Riege der USA und der Rumänin Sandra Izbasa durch. Bei ihrem WM-Debüt für den Deutschen Turner-Bund belegte die gebürtige Usbekin Oksana Tschussowitina den neunten Platz.

© SID

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