Turnen WM
Hambüchen holt sich Gold am Reck

Ohne ernsthafte Konkurrenz hat sich Fabian Hambüchen zum Abschluss der WM in Stuttgart die Goldmedaille in seiner Spezialdisziplin am Reck geholt. Zuvor war der 19-Jährige im Sprung-Wettbewerb Sechster geworden.

Fabian Hambüchen hat bei der Kunstturm-WM in Stuttgart wieder einmal seine Ausnahmestellung am Reck unterstrichen und holte sich die Goldmedaille. Mit für die Konkurrenz unerreichbaren 16,250 Punkten dominierte der 19-Jährige das Finale am Reck und brachte die mit 7 500 Zuschauern ausverkaufte Schleyer-Halle förmlich zum Kochen.

Wie schon dreimal zuvor bei diesen Welttitelkämpfen spulte der Europameister von der TSG Niedergirmes die derzeit schwerste Übung der Welt mit einem Ausgangswert von 7,0 Punkten nahezu makellos ab und degradierte die übrigen Finalisten fast zu Statisten. Silber gewann der Slowene Aljaz Pegan (15,825), der Japaner Hisashi Mizutori holte sich die Bronzemedaille (15,775).

Hambüchen im Sprung Sechster

Begonnen hatte der Tag für den fünften deutschen Reck-Weltmeister nach Ernst Winter (1934), Eberhard Gienger (1974), Ralf Büchner (1991) und Andreas Wecker (1995) mit einem sechsten Platz beim Sprung. Der deutsche Mehrkampf-Meister stellte seine beiden Kürsprünge sicher in den Stand, hatte aber gegen die Topspezialisten an diesem Gerät keine Medaillenchance. "Aber er konnte sich schon einmal an die Hallenatmosphäre gewöhnen", sagte dazu Cheftrainer Andreas Hirsch.

Die restlichen Titel am Schlusstag, den auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und Dosb-Präsident Thomas Bach besuchten, holten sich der Pole Leszek Blanik beim Sprung sowie gemeinsam Kim Dae Eun aus Südkorea und der Slowene Mitja Petkovsek am Barren bei den Männern, Schwebebalken-Weltmeisterin wurde Anastasie Liukin aus den USA, am Boden ihre Teamkollegin, die Mehrkampf-Weltmeisterin Shawn Johnson.

Brechtken: "Wir haben alle Ziele voll erreicht"

Schon vor dem Reck-Finale hatte Rainer Brechtken, Präsident des Deutschen Turner-Bundes (DTB) ein positives Fazit der Welttitelkämpfe gezogen. "Wir haben sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen alle Ziele voll erreicht", sagte der Verbandsboss. Daher sollen die beiden Cheftrainer Hirsch und Ulla Koch bis zu den Olympischen Spielen 2012 gehalten werden, entsprechende Verhandlungen werden im Herbst geführt.

Hirsch, der mit seinem Sextett im Mannschaftsfinale fast sensationell die Bronzemedaille gewonnen hatte, wollte diesen Erfolg aber nicht allein an seine Fahne heften: "Es hat alles gepasst. Wir wurden auf einer Welle der Begeisterung getragen und haben uns gar nicht getraut, irgendwelche Fehler zu machen."

Öffentliche Siegesfeiern kommen gut an

Gelobt wurde von Hirsch auch der Versuch, die offizielle Siegerehrung erstmals nicht in der Wettkampfhalle, sondern in der Öffentlichkeit, bei dieser WM auf dem Stuttgarter Schlossplatz zu veranstalten. Mit der Resonanz im Stadtzentrum auf diese Neuerung konnte auch das Organisationskomitee ungeachtet der zum Teil widrigen Witterungsverhältnisse sehr gut leben.

"An den neun Tagen haben wir dort 1,5 Mill. Kontakte mit Besuchern gezählt", sagte dazu OK-Chef Robert Baur. In die Schleyerhalle kamen insgesamt 80 000 Zuschauer, im benachbarten Kinderturnpark tummelten sich rund 30 000 Menschen täglich.

Im olympischen Jahr 2008 finden keine Weltmeisterschaften statt. Die 41. Welttitelkämpfe werden im Oktober 2009 in London ausgetragen.

© SID

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