Turnen WM
Hambüchens Höhenflug endet mit Mehrkampf-Silber

Fabian Hambüchen hat bei der Kunstturn-WM in Stuttgart für den nächsten Paukenschlag gesorgt. Nach Bronze mit der Mannschaft holte der 19-Jährige aus Niedergirmes überraschend als erster Deutscher Silber im Mehrkampf.

Die Kunsturn-WM in Stuttgart hat einen neuen Höhepunkt aus deutscher Sicht erreicht. 24 Stunden nach dem sensationellen Gewinn von Mannschafts-Bronze bei den Titelkämpfe hat Fabian Hambüchen aus Niedergirmes sich erneut selbst übertroffen und im Mehrkampf-Finale die Silbermedaille hinter dem erfolgreichen Titelverteidiger Yang Wei aus China (93,675) erkämpft.Der Reck-Europameister, bei "Halbzeit" 23. von 24 Athleten, startete anschließend eine rasante Aufholjagd und kam auf 92,200 Punkte.

Hambüchen ist der erste Deutsche, der in der 104-Jährigen WM-Historie den Vize-Titel im Mehrkampf-Einzel holen konnte. Zuvor hatte es dreimal Bronze durch Andreas Wecker (1993) und Hambüchen selbst (2006) sowie den DDR-Athleten Sylvio Kroll gegeben.

Chefcoach Andreas Hirsch konnte es kaum glauben. "Wir sind mitten in einem Traum und erleben tolle Tage. Das hat er cool und professionell gemacht." Hambüchen selbst hatte bei Halbzeit und dem vorletzten Platz seine Hoffnungen längst nicht aufgegeben. "Ich wusste, es kann nur noch besser werden und mir war klar, dass zumindest Rang vier noch drin war. Und ich bin auch in der Form meines Lebens", keuchte der Hesse, nachdem er sich durch Dutzende von Autogrammsammlern gezwängt hatte.

Der deutsche Mehrkampf-Meister, im vergangenen Jahr WM-Dritter, behielt am Reck die Nerven, turnte seine als schwerste Übung der Welt bekannte Kür schon zum dritten Mal fehlerfrei und fing den Japaner Hisashi Mizutori (91,400) noch ab. Im Schatten des neuen Vize-Weltmeisters belegte Philipp Boy aus Cottbus mit 88,650 Zählern Rang 18.

Yang Wei trotz Sturz vorne

Zusammen mit 7 500 euphorischen Zuschauern in der ausverkauften Hanns-Martin-Schleyer-Halle wartete Hambüchen nach seinem grandiosen Reck-Auftritt gespannt auf Yang Wei. Der Vorjahressieger erlaubte sich zwar an diesem Gerät einen Sturz, wiederholte aber dennoch seinen Triumph. Nach drei von sechs Geräten hatte der Chinese die Führung übernommen und gab diese nicht mehr ab. Der Asiate holte sich damit nach dem Triumph im Mannschafts-Wettbewerb bereits seine zweite Goldmedaille.

Der 19 Jahre alte Abiturient profitierte allerdings bei seinem Erfolg von ungewohnten Schwächen seiner schärfsten Rivalen. So hatten sich die Japaner Hiroyuki Tomita und Hisashi Mizutori mit Stürzen schon früh aus der Spitzengruppe verabschiedet. Mehrkampf-Europameister Maxim Dewiatowski musste im fünften Durchgang am Barren wegen einer Fußverletzung aufgeben.

"Küken" Johnson gewinnt Frauen-Konkurrenz

Die erst 15 Jahre alte Shawn Johnson in Stuttgart den Titel im Mehrkampf der Frauen gewonnen. Die US-Meisterin siegte vor der Rumänin Steliana Nistor sowie den punktgleichen Dritten Jade Barbosa aus Brasilien und Vanessa Ferrari aus Italien. Die Tübingerin Marie-Sophie Hindermann belegte den 14. Platz, 18. wurde Anja Brinker aus Herkenrath.

© SID

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