Turnen WM
WM-Platz Vier für Hambüchen am Reck

Fabian Hambüchen hat die Kunstturn-Weltmeisterschaften im australischen Melbourne mit dem vierten Platz in der Reck-Konkurrenz abgeschlossen. Der Europameister musste Aljaz Pegan aus Slowenien den WM-Titel überlassen.

Zum Abschluss der Kunstturn-Weltmeisterschaften in Melbourne hat Fabian Hambüchen am Reck den vierten Platz belegt. Der Europameister aus Niedergirmes musste sich nur Aljaz Pegan aus Slowenien, dem Franzosen Yann Cucherat und Waleri Gonscharow aus der Ukraine geschlagen geben. "99 Prozent Fabian", so sein Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen, reichten nicht zum Sieg.

Das fehlende Prozent am Ende einer Weltklassekür war eine nicht perfekte Landung, die der deutsche Meister durch heftiges Armrudern stabilisieren musste. "Natürlich hatte ich gehofft, ich könnte Dritter bleiben, aber die anderen Turner waren einfach der Hammer. Deshalb denke ich, dass alles gerecht zuging. Meinen Europameister-Bonus hatte ich wohl schon in der Qualifikation aufgebraucht", sagte der Olympia-Siebte von Athen, der erst nach einem Protest des Deutschen Turner-Bundes (DTB) überhaupt den Endkampf erreicht hatte.

Blitzsaubere Übung

Dort ging Hambüchen als vorletzter Athlet ans Gerät, spulte eine blitzsaubere Übung ab und vermied sogar, im Gegensatz zu Athen, den gefürchteten Ausfallschritt. Doch auch der gefühlte Punktabzug von 0,05 Zählern für sein wildes Armkreisen war schon zu hoch, die greifbar nahe Medaille entschwand wieder. Mit zur Faust geballten Händen und einem Urschrei verließ das Ausnahmetalent das Podium, Zweifel am Gewinn des Edelmetalls blieben.

"In mir war Hoffnung, mehr nicht", sagte Hambüchen später fast poetisch und sollte Recht behalten. Der Slowene Aljaz Pegan, Doyen des Reckturnens, zog als letzter Turner an die Spitze und holte sich mit 9,662 Punkten elf Jahre nach seinen ersten Welttitelkämpfen zum ersten Mal auch die Goldmedaille, Hambüchen kam auf 9,625 Zähler.

Im direkten Vergleich war die Kür, mit der der 18-Jährige im Juni im ungarischen Debrecen EM-Gold gewonnen hatte, eben noch eine Spur besser als in der mit 8 000 Zuschauern gefüllten Rod-Laver-Arena, dies ergab auch die erste Analyse von Vater Hambüchen: "Wenn man so nah am Treppchen dran ist, ist man im ersten Moment schon ein wenig enttäuscht. Aber Debrecen lief einfach perfekt, das lässt sich nicht jedes Mal wiederholen."

© SID

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